TikTok über Melnyk-Sperrung: „Machen nicht immer alles richtig“

Die Plattform hat die Sperrung eines Clips mit Andrij Melnyk wieder zurückgenommen. Dieser war für seine Haltung zu Partisanenführer Bandera in die Kritik geraten.

Andrij Melnyk
Andrij Melnykimago/Christian Spicker

Die Videoplattform TikTok hat die Sperrung eines Teils des umstrittenen „Jung & Naiv“-Interviews mit dem ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk wieder aufgehoben. Wie Spiegel Online berichtet, entsperrte TikTok am Montagabend den Clip wieder, obwohl die Videoplattform zuvor einen vermeintlichen Verstoß gegen die Community-Richtlinien ausgemacht hatte.

In dem Interview hatte Melnyk seine Haltung zum ukrainischen Nationalisten und Partisanenführer Stepan Bandera dargelegt. Der Journalist Tilo Jung konfrontierte Melnyk mit mutmaßlichen Massakern durch Bandera an Polen und Juden. Melnyk sagte: „Es gibt keine Belege, dass Banderas Truppen Hunderttausende Juden ermordet haben.“ Überdies lehnte er eine Distanzierung explizit ab. TikTok sperrte den Ausschnitt des Interviews, Jung und sein Team nannten dies „Zensur von Journalismus“.

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„Wir wissen, dass wir nicht immer alles richtig machen – dies ist ein komplexer und nuancierter Bereich, und wir investieren weiterhin in die Stärkung unserer Richtlinien und Durchsetzung unserer Strategien sowie in die Schulung unserer Teams“, hieß es Spiegel Online zufolge nun in einem Statement von TikTok.

Tilo Jung kommentierte die Aufhebung der Sperrung wie folgt: „TikTok hat die Sperre des Melnyk-Videos zurückgenommen. Erneut: ohne Begründung.“ Unterdessen wurde bekannt, dass Botschafter Melnyk Deutschland offenbar verlassen soll. Das berichtet Bild unter Berufung auf die ukrainische Regierung. Die ukrainische Botschaft schrieb auf Anfrage der Berliner Zeitung, Melnyk kommentiere eine „mögliche Entscheidung“ des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nicht.