Razzia: Ukrainischer Konzern soll mit Russland zusammenarbeiten 

Der ukrainische Geheimdienst hat Vertreter des Flugindustrie-Zulieferers Motor Sitsch festgenommen. Sie sollen Kriegsmaterial an den Feind geliefert haben.

Ermittler haben zwei verdächtige Geschäftsmänner festgenommen. (Symbolbild) 
Ermittler haben zwei verdächtige Geschäftsmänner festgenommen. (Symbolbild) Imago

Der ukrainische Geheimdienst hat nach eigenen Angaben zwei führende Vertreter des ukrainischen Flugindustrie-Zulieferers Motor Sitsch unter dem Verdacht der Zusammenarbeit mit Russland festgenommen. Der Geheimdienst SBU erklärte am Sonntag, gegen den Präsidenten des Motor-Sitsch-Konzerns bestehe der Verdacht, er habe mit der Russischen Föderation zusammengearbeitet. Auch der Chef der Abteilung für Außenwirtschaft wurde demnach festgenommen. Die Namen der Festgenommenen nannte der SBU nicht.

Bei den Festnahmen geht es laut SBU um eine strafrechtliche Ermittlung zu „illegalen Lieferungen militärischer Güter von Motor Sitsch für russische Angriffsflugzeuge“. Die Festgenommenen stünden im Verdacht der „Kollaboration“ und der „Hilfe für den Angreiferstaat“. Der ukrainische Geheimdienst erklärte, das Management des Motor-Sitsch-Werks in der Region Saporischschja, die zum Teil von russischen Einheiten kontrolliert wird, werde in Absprache mit dem staatlichen russischen Rüstungskonzern Rostec betrieben.

Verdächtige sollen ukrainische Flugzeugmotoren an Russland geliefert haben

Die Verdächtigen richteten nach SBU-Angaben internationale Verbindungen für die Lieferung ukrainischer Flugzeugmotoren an den „Angreiferstaat“ ein. Russland habe diese genutzt, um Hubschrauber herzustellen und zu reparieren. Die Helikopter seien „massenweise“ bei der russischen Invasion in der Ukraine genutzt worden.

Bis zur Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 war Russland der größte Kunde von Motor Sitsch. Das ukrainische Unternehmen stellt unter anderem Motoren und Turbinen für Flugzeuge und Hubschrauber her.