Berlin - Eine weitere Umfrage bestätigt den Aufwärtstrend der SPD im Bundestagswahlkampf. Nach Angaben des ZDF-Politbarometers vom Freitag gewinnt die Partei von Kanzlerkandidat Olaf Scholz im Vergleich zur Umfrage von vor zwei Wochen drei Prozentpunkte. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die SPD laut der Projektion auf 22 Prozent. Die CDU könnte demnach ebenfalls mit 22 Prozent (minus 4 Punkte) rechnen. Die Grünen liegen bei 20 Prozent, ein Gewinn von einem Prozentpunkte im Vergleich zur vorherigen Umfrage.

Die AfD bleibt unverändert bei elf Prozent, die Linke verliert einen Prozentpunkt auf sechs Prozent. Die FDP fällt einen Prozentpunkt auf zehn Prozent zurück. Die Forschungsgruppe Wahlen befragte von Dienstag bis Donnerstag 1300 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.

Olaf Scholz verzeichnet deutlichen Vorsprung 

Die Meinungsforscher sehen einen deutlichen Vorsprung von Olaf Scholz vor CDU-Kandidat Armin Laschet bei der Frage, wen die Wahlberechtigten für kanzlerfähig halten. Nur noch 25 Prozent (minus 2) halten Laschet für geeignet als Kanzler (nicht geeignet: 71 Prozent). Mit 22 Prozent noch etwas geringer (minus 1) ist der Anteil der Befragten, die Annalena Baerbock dafür als geeignet ansehen (nicht geeignet: 74 Prozent). 65 Prozent (plus 6) trauen dagegen Olaf Scholz das Amt des Bundeskanzlers zu (nicht geeignet: 30 Prozent).

Auch in mehreren Umfragen anderer Meinungsforschungsinstitute hatte die SPD jüngst zugelegt. Eine am Donnerstag veröffentlichte Kantar-Umfrage im Auftrag von Focus ergab ebenfalls ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Union und SPD. Eine Erhebung von YouGov und das Trendbarometer des Instituts Forsa für RTL und n-tv sahen die Sozialdemokraten zuletzt sogar vorn.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.