Berlin - Die Berliner Bezirke setzen die neue 3G-Regel für Behördenbesucher nicht in jedem Fall konsequent durch. Zwar dürfen seit Mittwoch nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete öffentliche Gebäude für Behördengänge betreten, etwa die Bürgerämter. In etlichen Bezirken wird das aber nur stichprobenartig kontrolliert, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag ergab.

So teilte das Bezirksamt Treptow-Köpenick mit, an den Eingängen der Dienstgebäude seien Hinweise zum 3G-Zugang angebracht worden. „Kontrollen erfolgen in den Dienstgebäuden stichprobenweise und durch die Mitarbeitenden bei Kundenkontakt.“ Das Bezirksamt Pankow erklärte, flächendeckende Zugangskontrollen seien „ad hoc personell und technisch-organisatorisch nicht umsetzbar“. Man habe zunächst den Wachschutz mit stichprobenartigen Kontrollen beauftragt.

Steglitz-Zehlendorf: 3G-Regel ist „nicht umsetzbar“

Steglitz-Zehlendorf erklärte die 3G-Regel nach Angaben des dortigen Personalrats für „nicht umsetzbar“. Das Bezirksamt sehe sich nicht in der Lage, ohne zusätzliches Personal eine Eingangskontrolle an einer Vielzahl von Standorten sicherzustellen. „Wenn eine Bezirksverwaltung die erlassene Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ignoriert und als nicht umsetzbar ansieht, ist das mehr als bedenklich“, meinte der Personalratsvorsitzende des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf, Stephan Göldner, dazu. Das Bezirksamt selbst nahm zunächst keine Stellung.

Die Bezirksämter Mitte und Neukölln sehen hingegen keine Probleme bei der Umsetzung von 3G. Sprecher beider Bezirke teilten jeweils mit, dass in den Dienstgebäuden mit Publikumsverkehr ohnehin Sicherheitsdienste vorhanden seien, die nun auch 3G überwachten. Aus dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hieß es, der Wachschutz übernehme in den meisten Amtsgebäuden mit Publikumsverkehr die Kontrollen. In einigen kleineren Außenstellen obliege es Beschäftigten, die 3G-Regeln zu überprüfen.