Köln - Die zunehmende Kommerzialisierung im Fußball wird von Fans kritisch beurteilt. 52,7 Prozent der Befragten sehen die Konsequenzen der Kommerzialisierung auf ihr Fußballinteresse als „negativ“ bis „sehr negativ“. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Voting-Plattform FanQ im Auftrag des Sport-Informations-Dienstes (sid) in Kooperation mit dem Lehrstuhl Sportwissenschaft der Uni Würzburg.

Es wurden 4190 Fans befragt. Nur 4,6 Prozent bewerten die Kommerzialisierung als „in Ordnung“ oder „völlig in Ordnung“. Eine klare Mehrheit von 74,4 Prozent beurteilen die Kommerzialisierung als „überzogen“ bis „völlig überzogen“. Auch die Corona-Pandemie hat einen negativen Einfluss. Laut der Umfrage bewerten die Fans mit einer deutlichen Mehrheit von 80,8 Prozent die Auswirkungen von Corona als „groß“ bis „sehr groß“.

Nur 5,6 Prozent bewerten die Auswirkungen von Corona auf den Fußball (in Stadion, Gastronomie u. a.) als eher gering oder sehr gering. Im Unterschied dazu sehen aber 80,8 Prozent hier große oder sehr große Auswirkungen.

Forscher: Klubs sollten das als Alarmsignal nehmen

„Diese Befunde belegen auf einer breiten empirischen Basis eine Entwicklung, die wir in unserer Forschung bereits seit über einem Jahr beobachten: Fans wenden sich vom Fußball ab“, sagte Professor Harald Lange von der Uni Würzburg. „Die Klubs und die DFL sollten dies als Alarmsignal nehmen und der Gefahr einer dauerhaften Abwendung entgegenwirken.“

Die Bedingungen hierfür seien grundsätzlich gut, „denn die Zahlen zeigen gleichzeitig, dass der Fußball nach wie vor unglaublich viel Potenzial besitzt“, betonte Lange. Mit Blick in die Zukunft sind 76,9 Prozent der deutschen Fans zuversichtlich, dass die Bundesliga-Stadien wieder ausgelastet sein werden, so wie vor Beginn der Pandemie. Nur 17,8 Prozent der Fans sind pessimistisch.