BerlinBei der Frage, ob bei steigenden Corona-Infektionszahlen erneut Schulschließungen erwogen werden sollten, sind die Deutschen einer Umfrage zufolge gespalten. 46,2 Prozent sprachen sich in der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Augsburger Allgemeinen am Freitag dafür aus, dies eindeutig oder eher in Betracht zu ziehen. Fast ebenso viele (43,6 Prozent) wollten Schulschließungen eher oder eindeutig ausschließen. 10,2 Prozent gaben an, unentschieden zu sein.

Civey gibt an, für seine nach eigenen Angaben repräsentativen Umfragen nur die Stimmen registrierter und verifizierter Internetnutzer zu nutzen, die Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angegeben haben. Die Stimmen werden demnach nach einem wissenschaftlichen Verfahren gemäß der Zusammensetzung der deutschen Bevölkerung gewichtet. Für die Frage „Sollte die Politik wegen steigender Corona-Infektionszahlen erneute Schulschließungen in Betracht ziehen oder ausschließen?“ wurden vom 16. bis 19. November die Antworten von 5022 Personen berücksichtigt. Der statistische Fehler, also mögliche Abweichungen bei den Umfrageergebnissen, ist mit 2,5 Prozent angegeben.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung zum Thema: „Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, damit die Schulen auch in den nächsten Wochen und Monaten geöffnet bleiben, soweit das verantwortbar ist.“ Dazu sei es sicherlich sinnvoll, die Hygiene-Maßnahmen, wie etwa das Maskentragen, auszureizen: „Nur so werden wir das Ziel erreichen, dass der Schulbetrieb mit einem möglichst hohen Präsenzanteil aufrechterhalten werden kann.“

Habeck: Studenten könnten Schulen unterstützen

Karliczek sieht die Schulen für das digitale Lernen unter anderem durch den Digitalpakt Schule besser gerüstet als im Frühjahr. Wie gut es im Einzelnen funktioniere,  variiere aber häufig noch von Schule zu Schule. „Das hängt auch von der jeweiligen Ausgangslage im Frühjahr ab“, so die Ministerin. „Zudem hören wir, dass mehr und mehr Endgeräte aus unserem Sofortausstattungsprogramm bei denjenigen Schülerinnen und Schülern ankommen, die keine eigenen Geräte haben“, sagte die Politikerin weiter.

Grünen-Chef Robert Habeck forderte auf der anderen Seite mehr Unterstützung für die Schulen. „Die Bundesregierung hätte schon längst einen Fonds für zusätzliches Personal an den Schulen auflegen müssen“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er brachte dabei auch Studenten ins Spiel: „Die Schulen könnten dann den zusätzlichen Aufwand, der durch Corona entsteht – Dokumentation, Aufsicht, digitalen Unterricht für Kinder in Quarantäne – viel besser stemmen.“