BerlinDrei Viertel der jungen Menschen in Deutschland sehen sich regelmäßig mit Falschnachrichten konfrontiert. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap für die Vodafone Stiftung gaben 76 Prozent der 14- bis 24-Jährigen an, dass sie mindestens einmal pro Woche im Netz oder in sozialen Medien auf Nachrichten oder Beiträge stoßen, bei denen sie das Gefühl haben, es handele sich um Falschinformationen. Jeder fünfte Befragte gab sogar an, dass dies mehrmals täglich vorkomme.

Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich demnach der Anteil derjenigen, die es regelmäßig mit Fake News zu tun bekommen, deutlich erhöht. 73 Prozent der Befragten sehen zudem seit Beginn der Corona-Pandemie eine Zunahme an Falschnachrichten. Und zwei Drittel gaben an, dass es bei Corona schwerer als bei anderen Themen sei, glaubwürdige von unglaubwürdigen Nachrichten zu unterscheiden.

Soziale Medien sind Quellen von Falschnachrichten

Insgesamt fühlt sich zwar eine deutliche Mehrheit von 66 Prozent der Befragten sicher im Umgang mit Falschnachrichten und ist der Ansicht, diese „sehr“ oder „eher sicher“ als solche zu erkennen. Dennoch zeigt sich insgesamt auch Verunsicherung: „Weil es so viele Falschnachrichten/‚Fake News‘ gibt, weiß ich nicht mehr, welchen Informationen ich noch vertrauen soll“ – dieser Aussage stimmten 53 Prozent der jungen Leute zu, 47 Prozent nicht. Aus manchen Antworten geht auch Unmut über Politiker und Politikerinnen hervor. Die Befragten kritisieren vor allem die Verharmlosung des Klimawandels und die Delegitimierung junger Expertise und jugendlichen Engagements.

Am häufigsten geben die Befragten Facebook als Quelle von Falschnachrichten an (39 Prozent). An zweiter Stelle stehen Nachrichtenseiten im Internet und Nachrichten-Apps. Beim Thema Urheberrecht wird dagegen die Videoplattform YouTube von 46 Prozent der Befragten als Quelle für Falschnachrichten genannt.

Die meisten Befragten sind der Ansicht, dass die Verbreitung von Falschnachrichten eine Gefahr für die Demokratie ist. Eine große Mehrheit spricht sich zudem dafür aus, dass das Thema verpflichtender Inhalt in der Schule sein sollte.