Berlin - 31 Prozent der Menschen in Deutschland haben einer Umfrage zufolge Verständnis für den Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten YouGov-Erhebung hervor. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) hat demnach kein Verständnis für den Ausstand, der seit Mittwoch bundesweit für Zugausfälle und Verspätungen sorgt. 14 Prozent der Umfrageteilnehmer machten keine Angaben.

Im Osten ist das Verständnis für den GDL-Streik mit 39 Prozent den Angaben nach etwas höher als im Westen (29 Prozent). Gleichzeitig ist der Osten stärker von den Arbeitsniederlegungen betroffen, weil vor allem im westdeutschen Regionalverkehr noch mehr beamtete Lokführer ohne Streikrecht ihren Dienst tun. Wegen des höheren Organisationsgrads der GDL im Osten waren unter anderem zwischen Berlin, Leipzig und Dresden am Mittwoch kaum Züge unterwegs.

Lokführer wollen 3,2 Prozent mehr Lohn und eine Corona-Prämie

Bahnreisende in Berlin und Brandenburg müssen sich an diesem Donnerstag weiterhin auf Verspätungen und Zugausfälle einrichten. Die GDL setze ihren am Mittwoch begonnenen Streik im Güter- und Personenverkehr fort, teilte ein Bahnsprecher am Morgen in Berlin mit. Der Ersatzverkehr laufe aber weiterhin stabil. Die Bahn setzt nach eigenen Angaben alles daran, am Freitag wieder den Regelbetrieb zu fahren.

Die GDL fordert Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3,2 Prozent sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro im laufenden Jahr. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll 28 Monate betragen. Auch um Betriebsrenten wird gerungen.