Ein Labortechniker extrahiert einen Teil eines sich in der Entwicklung befindlichen möglichen Covid-19-Impfstoffs.
Foto: AP/dpa/Sakchai Lalit

BerlinWeniger Menschen in Deutschland wollen sich einer Studie zufolge gegen Corona impfen lassen. Wie die Süddeutsche Zeitung am Sonntag unter Berufung auf eine Umfrage berichtet, sei der Anteil der Befürworter in den vergangenen drei Monaten von 70 auf 61 Prozent zurückgegangen.

Die Universität Hamburg hatte in Kooperation mit Hochschulen anderer EU-Staaten Tausende Menschen in sieben europäischen Ländern gefragt, wie sie zu einer Impfung gegen das Coronavirus stehen. Bislang gibt es eine solche Impfung nicht.

Besonders gering ist die Impfbereitschaft in Deutschland den Angaben zufolge in Bayern. Hier würden lediglich 52 Prozent der Menschen einen neuen Impfstoff nutzen. Im regionalen Vergleich wären dagegen in Norddeutschland die meisten Befragten zu einer Immunisierung bereit, nämlich 67 Prozent. Ein Ost-West-Gefälle gebe es nicht.

Jonas Schreyögg, Leiter des Hamburg Center for Health Economics an der Uni Hamburg, sagte laut Süddeutscher Zeitung, dass es jedoch nur wenige Menschen gebe, die einen Impfstoff generell ablehnen. Ein großer Anteil derjenigen, die sich derzeit nicht impfen lassen wollen oder unsicher sind, würden dies mit Angst vor Nebenwirkungen oder Unklarheit zur Sicherheit des Impfstoffes begründen. Schreyögg sagte, dass bereits jetzt Aufklärungskampagnen sinnvoll seien. Besonders wichtig erscheint es ihm, Frauen zu überzeugen. Sie seien „über alle Altersgruppen hinweg unsicherer bezüglich der Impfentscheidung“.