Die Unsicherheit unter den Deutschen ist angesichts des Kriegs in der Ukraine gestiegen. Mehr als zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten äußerten die Sorge, dass der Krieg auf Deutschland übergreife, ergibt eine am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh veröffentlichte Umfrage. Eine Mehrheit von 80 Prozent fühle sich unsicher. Lediglich jeder fünfte Befragte (21 Prozent) gab an, sich so sicher zu fühlen wie vor dem Ukraine-Krieg.

Das eigene Sicherheitsempfinden und die Kriegsangst wirkten sich auf die Einstellung zur Ukraine aus, hieß es weiter. Bei den Befragten, die sich sicherer fühlten, gebe es eine höhere Bereitschaft, schärfere Sanktionen zu fordern und der Ukraine schwere Waffen zu liefern.

Insgesamt gebe es eine überwältigende pro-ukrainische Einstellung in der deutschen Bevölkerung, hieß es in der Umfrage weiter. Eine Minderheit von rund zehn Prozent der Befragten lehne hingegen die Lieferung von Waffen ab und stelle sich generell gegen jegliche Unterstützung für die Ukraine.

Den Zusammenhalt in Deutschland sieht die Mehrzahl der Befragten unter Druck. So halten laut Umfrage immer noch 79 Prozent den Zusammenhalt für gefährdet. Das seien lediglich vier Prozentpunkte weniger als im Februar. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) seien der Ansicht, die meisten Menschen würden sich nicht um ihre Mitmenschen kümmern.

Für die Umfrage des Projekts „Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt“ wurden im Februar und Mai 2022 durch das Umfrageunternehmen respondi jeweils 1.000 Menschen online befragt.