Protest gegen „German Angst“: Rapper zieht mit Fans durch Berlin

Rapper Kelvyn Colt hat mit einem Protestmarsch in Berlin für einen offeneren Umgang mit dem Thema mentale Gesundheit geworben. 

Protestzug „German Angst“: Rapper Kelvyn Colt geht mit Fans auf der Tauentzienstraße entlang.
Protestzug „German Angst“: Rapper Kelvyn Colt geht mit Fans auf der Tauentzienstraße entlang.dpa/Annette Riedl

Berlin-Mit einem Protestmarsch in Berlin hat der in Fulda geborene Rapper Kelvyn Colt (28, „Bury Me Alive“) am Samstag für einen offeneren Umgang mit dem Thema mentale Gesundheit geworben. „Mir liegt es am Herzen, weil ich es in meiner Jugend als sehr schwierig empfand, in meinem Freundeskreis oder in der Familie offen darüber zu reden, ohne direkt als verrückt abgestempelt zu werden“, sagte der Musiker der Deutschen Presse-Agentur.

Rund 70 vor allem junge Menschen hatten sich bei leichtem Regen neben dem Kaufhaus des Westens versammelt, um durch die Stadt zu ziehen. Dabei sollte es in mehreren Reden um psychische Erkrankungen und den Umgang damit gehen.

Berlin: „German Angst“ wird Motto des Protestmarsches

Die 37-jährige Frances aus Berlin kam mit ihren beiden Kindern, die Schilder mit Sprüchen wie „Be kind to your mind“ („Sei nett zu deiner Psyche“) hoch hielten. „Wir reden mit den Kindern ganz offen darüber, dass es Krankheiten gibt, die nicht sichtbar sind und im Kopf passieren. Es wird immer wichtiger, laut zu werden.“

Der Protest des international erfolgreichen Rappers, der in seinen Texten häufig auf Themen wie mentale Gesundheit eingeht, stand unter dem Motto „German Angst“. Mit dem Begriff werden häufig Deutsche charakterisiert, die diffuse Ängste und Sorgen vor gesellschaftlichen Veränderungen haben.