Video zeigt den Moment, in dem es fällt: Sowjetdenkmal in Riga abgerissen

Einst sollte das Monument an die Befreiung Lettlands von den Nationalsozialisten erinnern. Dann wurde es selbst zum Symbol für Unterdrückung.

Am Dienstag begann der Abriss des umstrittenen Siegesdenkmals in Riga.
Am Dienstag begann der Abriss des umstrittenen Siegesdenkmals in Riga.IMAGO/SNA

In der lettischen Hauptstadt Riga ist das umstrittene Siegesdenkmal, das an die Befreiung Lettlands von den deutschen Besatzern im Zweiten Weltkrieg erinnern sollte, abgerissen worden. Viele Bürger sahen das 1985 fertig gestellte Denkmal zugleich als Monument der Unterdrückung durch die Sowjetunion. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine war es zudem zu einem Treffpunkt für in Lettland lebende Kreml-Anhänger geworden.

Wie Bloomberg berichtet, rückten Abrissspezialisten am Donnerstagmorgen mit schweren Baumaschinen an und begannen, den gezielten Einsturz des rund 80 Meter hohen Obelisken – dem Herzstück des kontroversen Bauwerks – einzuleiten. Im lettischen TV war zu sehen, wie der Turm mit dem Sowjetstern an der Spitze schließlich in den davor gelegenen künstlichen See kippte.

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Begonnen hatten die Abrissarbeiten bereits am Dienstag auf Anweisung der städtischen Behörden – denn laut einem Parlamentsbeschluss müssen in Lettland bis zum 15. November alle Objekte, die totalitäre Regime verherrlichen, entfernt werden. Neben dem Obelisken gehörte unter anderem eine große Bronzestatue des „Mütterchen Russland“ dazu, der bekannten und insbesondere in der Sowjetunion vielfach zu Propagandazwecken verwendeten Personifizierung des Landes.

Die Reaktionen auf die Demontierung des Siegesdenkmals, mit vollem Namen „Denkmal für die Befreier von Sowjet-Lettland und Riga von den deutsch-faschistischen Invasoren“, waren gespalten. Während die russische Diaspora in Lettland im Vorfeld gegen den Abriss demonstrierte – wobei es laut Behördenangaben zu mehreren Festnahmen kam – gab es von der lettischen Bevölkerung überwiegend Zuspruch. Für sie war das Bauwerk auch eine Erinnerung an die bis zum Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991 andauernde Besatzung.