Umweltverbände fordern Konsequenzen nach Oder-Fischsterben

Mehrere Umweltverbände fordern nach dem Fischsterben in der Oder langfristige Konsequenzen für den Erhalt des deutsch-polnischen Grenzflusses. „Der für die F...

ARCHIV - Tote Fische treiben im flachen Wasser des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder.
ARCHIV - Tote Fische treiben im flachen Wasser des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder.Patrick Pleul/dpa

Berlin-Mehrere Umweltverbände fordern nach dem Fischsterben in der Oder langfristige Konsequenzen für den Erhalt des deutsch-polnischen Grenzflusses. „Der für die Fische tödliche Mix aus Niedrigwasser, hohen Temperaturen und dem Wachstum der Brackwasser-Alge kann sowohl in der Oder als auch in anderen Flüssen nächsten Sommer wieder auftreten“, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Freitag in Berlin mit.

Die Flüsse seien wegen der Klimakrise viel stärkeren Belastungen ausgesetzt. „Deshalb braucht es jetzt dringender denn je eine echte länderübergreifende Zusammenarbeit beim Flussmanagement sowie ein Stopp aller Ausbaumaßnahmen.“

Das Bundesumweltministerium hatte zuvor einen Bericht von Experten aus Deutschland zu den Ursachen des Sterbens veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass eingeleitetes Salz zur Massenvermehrung der Brackwasseralge Prymnesium parvum geführt habe. Die massive Ausbreitung der Alge gilt als wahrscheinlichste Ursache des im Sommer festgestellten massenhaften Fischsterbens in der Oder. Die genaue Quelle der Salze, anderer Elemente und Chemikalien sei jedoch unklar.

Die Umweltorganisation Greenpeace vermutet Einleitungen von Salz aus der polnischen Bergbauindustrie als Ursache für das Sterben der Fische und beruft sich auf Analysen von vier eigenen Aktivisten. „Wir fordern von der polnischen und deutschen Regierung, den Fluss künftig zu renaturieren rund um die Uhr zu überwachen und das Einleiten von schädlichen Substanzen wie Salzen und Schwermetalle zu verbieten“, sagte Greenpeace-Sprecherin Nina Noelle.

Die Umweltstiftung WWF Deutschland hält einen sofortigen Stopp des Oder-Ausbaus für nötig, den Deutschland und Polen 2015 vereinbart hatten. Statt eines Ausbaus seien umfangreiche Maßnahmen zur Revitalisierung des Flusses geboten. Auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) wendet sich gegen den Oder-Ausbau.