Berlin - Jeder fünfte U-Bahnhof in Berlin ist nicht barrierefrei, obwohl Deutschland eine UN-Konvention ratifiziert hat, die eine vollständige Barrierefreiheit des öffentlichen Nahverkehrs vorsieht. Wie der RBB berichtet, teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf Anfrage mit, dass derzeit an 175 Berliner Bahnhöfen 141 Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Gehbehinderung einen barrierefreien Zugang zum Bahnsteig haben (80 Prozent). An 130 Bahnhöfen (74 Prozent) wurden demnach Blinden-Leitsysteme installiert. 

Nach BVG-Angaben gibt es entsprechende Umbaumaßnahmen bereits an folgenden U-Bahnhöfen:

  • Schlesisches Tor
  • Augsburger Straße
  • Rathaus Schöneberg
  • Seestraße
  • Konstanzer Straße
  • Grenzallee
  • Residenzstraße
  • Pankstraße
  • Birkenstraße
  • Bayerischer Platz
  • Platz der Luftbrücke.

Doch dem Bericht zufolge ziehen sich Planung und Genehmigungsverfahren hin. Auch die Leitungsverlegungs-Zeiträume betrügen aktuell je Standort fünf bis zehn Jahre, erklärte die BVG gegenüber dem Sender. In die Entscheidungsprozesse über eine Genehmigung seien mehr als 50 verschiedene Verwaltungen und Verbände einbezogen. Der Bau könne zudem standortbedingt bis zu 30 Monate dauern.

Berliner S-Bahn: 93 Prozent der Bahnhöfe sind bereits barrierefrei

Bis 2024 will die BVG einen „Großteil“ der U-Bahnhöfe mit Barrieren umgebaut haben, heißt es. Die Deutsche Bahn ist mit dem Umbau der S-Bahnhöfe offenbar schon weiter: 156 der insgesamt 168 Bahnhöfe (knapp 93 Prozent) sollen bereits barrierefrei sein. Wie das Unternehmen gegenüber dem RBB mitteilt, verfügen 145 S-Bahnhöfe an den Bahnsteigen über ein Blinden-Leitsystem.