Berlin - Unbekannte haben am Bürgeramt in Berlin-Mitte die Verglasung aller sechs Eingangstüren beschädigt. Daneben wurde der Spruch „Köpi bleibt“ ans Gebäude gesprüht, teilte die Polizei mit. Menschen wurden nicht verletzt. Die Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hätten am frühen Mittwochmorgen dumpfe Schläge vernommen. Allerdings sei es den Angreifern nicht gelungen, das Glas zu zerschlagen. Der Staatsschutz ermittelt.

Der angekündigte Widerstand der linken Szene ist seit Tagen spürbar. Mit dezentralen Aktionen wollen Linksextremisten gegen die geplante Räumung der linksalternativen Wagenburg „Köpi-Platz“ protestierten. Immer wieder gibt es Brandanschläge. In der vergangenen Nacht zündeten Brandstifter einen Transporter eines großen Bauunternehmens an, wie die Polizei mitteilte.

Brandstifter zünden Transporter einer Baufirma an

Ein Passant hatte um 2.20 Uhr Flammen an der Schottstraße bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Kurz darauf habe es einen lauten Knall gegeben, woraufhin mehrere Anwohner auf den Brand aufmerksam wurden. Das Feuer habe sich vom Motorraum aus auf die Beifahrerseite des Fahrzeugs ausgebreitet, berichteten die Zeugen der Polizei. Feuerwehrleute konnten gerade noch rechtzeitig ein Übergreifen der Flammen auf weitere Autos verhindern. Auch in dem Fall hat der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Ermittler prüfen nun einen Zusammenhang zwischen beiden Taten. 

Erst am vergangenen Wochenende hatten Hunderte Menschen gegen die Räumung des linksautonomen Wagencamps „Köpi“ in der Köpenicker Straße in Berlin-Friedrichshain demonstriert. Das Camp gilt als eines der letzten Symbolprojekte der linksradikalen Szene in Berlin. Im Juni hatte das Landgericht die Räumung des Grundstücks mit bewohnten Bauwagen angeordnet, die für den 15. Oktober angesetzt ist.