Unesco erklärt Kultur des Baguettes zum immateriellen Kulturerbe 

Außen knusprig, innen löchrig. Franzosen lieben ihr Baguette ofenwarm. Nun setzt die Unesco die „Kultur des Baguettes“ auf die Liste des immateriellen Welterbes.

Bäckermeister David Buelens mit seinen Baguettes. Nun gilt die "Kultur der Baguettes" als immaterielles Welterbe der Unesco.
Bäckermeister David Buelens mit seinen Baguettes. Nun gilt die "Kultur der Baguettes" als immaterielles Welterbe der Unesco.AP/Michel Euler

Kultur und Handwerk des französischen Baguettes zählen nun zum immateriellen Welterbe. Dies entschied die die Unesco am Dienstag in Rabat. Das traditionelle Stangenbrot bestehe aus nur vier Zutaten - Mehl, Wasser, Salz und Hefe -, aber jeder Bäcker schaffe daraus sein einzigartiges Baguette, hieß es in der Bewerbung um die Aufnahme in die Liste. Franzosen essen Baguette als Beilage zum Mittag- oder Abendessen, aber auch mit Butter und Marmelade zum Frühstück.

Die Unesco entscheidet in dieser Woche in Marokkos Hauptstadt Rabat, welche Bräuche, Ausdrucksformen und Fertigkeiten auf die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden. Einziger Kandidat aus Deutschland ist der Moderne Tanz, der verschiedene Stile umfasst, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Deutschland unterstützt zudem mit anderen Ländern die Aufnahme der Flößerei in die Liste.

Die Sitzung in Rabat dauert noch bis Samstag. Die Neuaufnahmen werden nach und nach per Twitter bekanntgegeben. Zu den Kandidaten zählen auch die chinesische Teezeremonie, die Kultur der bestickten Blusen in Moldau, die Kunst des Glockenläutens in Spanien und die der scharfen Harissa-Sauce aus Tunesien.

Beim immateriellen Kulturerbe geht es immer um das Brauchtum oder das Handwerk, also nicht direkt um das Baguette oder die bestickte Bluse. Die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes enthält bereits mehr als 500 Einträge aus Bereichen wie Tanz, Theater, Musik und Handwerk. Sie ergänzt seit 2008 die Welterbe-Liste der Unesco für Kultur- und Naturstätten. Deutschland hat das Abkommen 2013 ratifiziert.