Neuruppin - Nach dem Unfalltod von zwei Frauen und einem ungeborenen Baby auf der Bundesstraße 96a hat die Staatsanwaltschaft Neuruppin Anklage gegen einen 23-Jährigen erhoben. Er soll unter Alkohol am Steuer gesessen haben und zu schnell gefahren sein. Ihm werden unter anderem zweifacher Mord, versuchter Mord in vier Fällen und gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen vorgeworfen, wie es in einer Mitteilung am Mittwoch hieß.

Den Ermittlungen zufolge hat der 23-Jährige am 10. Juli 2021 mit einem 510 PS starken Auto zunächst ein entgegenkommendes Fahrzeug leicht touchiert. Die beiden Insassen blieben unverletzt. Dann sei der Wagen des Unfallfahrers in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn geraten - und in das Auto mit den beiden Frauen geprallt. Zwei weitere Insassen dieses Wagens im Alter von 31 und 33 Jahren überlebten schwer verletzt.

Den Angaben der Staatsanwaltschaft Neuruppin zufolge haben zwei Blutproben eine „alkoholbedingte absolute Fahruntauglichkeit“ zum Tatzeitpunkt ergeben. Ein Sachverständigen-Gutachten zufolge bestehe zudem der Verdacht, dass der junge Mann mit dem Wagen eine höchstmögliche Geschwindigkeit erreichen wollte und die Kurve „im Grenzbereich der Fahrphysik“ durchfuhr. Er habe mit der Fahrweise schwere und auch tödliche Verletzungen anderer Verkehrsteilnehmer zumindest billigend in Kauf genommen, hieß es weiter.

Nach dem Frontalzusammenstoß zwischen Schildow und Schönfliess in der Gemeinde Mühlenbecker Land hatten der 23-Jährige und sein damals 31 Jahre alter Beifahrer versucht, zu flüchten. Sie waren aber nach etwa 800 Metern von der Polizei gefasst worden.

Angeklagt ist der Fahrer auch wegen Straßenverkehrsgefährdung, verbotenen Kraftfahrzeugrennens sowie unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Er sitzt den Angaben zufolge seit 13. April in Untersuchungshaft.