Berlin - Die Uni-Klinik Mainz warnt vor schweren Augenschäden durch Arbeit im Homeoffice. Hier herrschten zumeist Zustände, die der Arbeitsstättenverordnung nicht genügten. „Die Arbeitnehmer sitzen zu Hause oft an Laptops mit kleinen Monitoren, in schlecht ausgeleuchteten und ungelüfteten Räumen und an nicht höhenverstellbaren Arbeitsplätzen“, sagte der Chef der Uni-Augenklinik Mainz, Norbert Pfeiffer. Die Bedingungen im Homeoffice seien oftmals „eine Zumutung“. Viele Patienten berichteten über deutlich zunehmende Augen-Beschwerden im Homeoffice, sagte Pfeiffer weiter.

Neben unprofessioneller Ausstattung sei zudem eine höhere Verweildauer vor den Bildschirmen Grund für die Klagen. Der Mediziner: „Während die Arbeit im regulären Büro unterbrochen wird durch Aufstehen, Umhergehen, Abheften, Holen von Gegenständen und Gespräche mit den Kollegen und der Blick schweifen muss und darf, fehlt all das im Homeoffice.“

Hornhaut im Auge kann rau und empfindlich werden

Das Starren auf den Monitor zu unterbrechen sei aber wichtig, um die Hornhaut gesund zu halten. „Wenn man vor dem Computer sitzt, blinzelt man nur halb so viel wie sonst“, sagte Pfeiffer. Die Augenbewegung rege die Tränenflüssigkeit an, die die Hornhaut mit Fett, Proteinen und Schleim versorge. Werde die Hornhaut nicht genügend umspült, werde sie rau und empfindlich. Das verursacht Sehstörungen, Kopfschmerzen und das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben.

Die häusliche Arbeit am Computer führe zudem zu Kurzsichtigkeit, erst recht in Kombination mit starkem Handygebrauch. „Unsere Augen stellen sich auf die kurze Distanz ein“, erklärte Pfeiffer. Bei den Betroffenen sei das Risiko für gefährliche Erkrankungen wie „Netzhautablösung, Glaukom und altersabhängige Makuladegeneration deutlich erhöht“.

Wie kann man seine Augen auch im Homeoffice schützen?

Die Tipps des Mediziners gegen drohende Augenschädigungen: während der Arbeit aufstehen und ins Freie gehen. Zumindest aber sollte man regelmäßig das Fenster öffnen, damit sich der Tränenfilm erholen und der Blick in die Ferne schweifen kann. Zudem könne der Augenarzt bei Beschwerden auch durch die Gabe von Tränenersatzmitteln weiterhelfen.