Wien - In Österreich gibt es einem Medienbericht zufolge Kritik an den Onlineprüfungen betreffenden Vorgaben einer Hochschule. Wie die Tageszeitung Der Standard berichtet, geht es um Verhaltensvorschriften aus Lehrveranstaltungen (LVA) der Technischen Universität (TU) Wien. 

„Jede Regung der Prüflinge soll sichtbar, hörbar und jederzeit kontrollierbar sein“, heißt es in dem Bericht. Dafür gebe es mehrere Seiten umfassende Regeln, aus denen die Zeitung Ausschnitte veröffentlichte. „Dabei steht die Kamera in einem Abstand von 1,5-2 Metern und in einer Höhe von ungefähr 1,2 Metern“, heißt es darin beispielsweise. Vorgaben gibt es demnach auch für die Position des Schreibtischs im Zimmer und die Entfernung des Druckers.

Kritik: Mögliche Datenschutz-Probleme

Weiter heißt es in den offiziellen Verlautbarungen: „Falls der Verdacht auf unlautere Mittel besteht, behält sich die LVA-Leitung vor, sich jederzeit einen Rundblick durch den Raum geben zu lassen.“ Zudem dürften Riegel nur ohne Verpackung auf dem Tisch liegen – wohl, um etwaigem Schummeln mittels auf das Verpackspapier geschriebenen Inhalten vorzubeugen. 

Die Hochschulvertretung berichtete der Zeitung, eine Videoaufzeichnung sei bei manchen Prüfungen sogar Voraussetzung für die Teilnahme – was sie als „massiven Eingriff in die Privatsphäre“ kritisierte. Der stellvertretende Rektor teilte mit, er „kenne zwar selbst Fälle von vergangenem Monat, in denen Lehrende das so handhaben wollten, doch die TU-Studienrechtsabteilung habe mittlerweile klargestellt, dass eine Aufzeichnung keine Teilnahmebedingung sein darf“, so Der Standard. Er hat demzufolge zudem einen anonymen Briefkasten eingerichtet, über den man Missstände aufzeigen kann.