Berlin - Bei den Unionsparteien zeichnet sich der Verzicht auf einen Gegenkandidaten bei der Bundespräsidentenwahl im Februar ab. Generell herrsche in der Union Zufriedenheit mit der Amtsführung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, verlautete am Dienstag aus Parteikreisen. Die Entscheidung solle am Mittwoch auf einer gemeinsamen digitalen Sitzung der Parteipräsidien von CDU und CSU fallen. Im Anschluss wollen sich gegen 11 Uhr die Parteichefs Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU) äußern.

Steinmeiers Wahl für eine zweite fünfjährige Amtszeit am 13. Februar in der Bundesversammlung gilt bereits als gesichert: Er kann auf die Unterstützung der Ampel-Parteien zählen. Die Stimmen von SPD, Grünen und FDP in der Bundesversammlung würden ausreichen, Steinmeier bereits im ersten Wahlgang wiederzuwählen. Als letzte der drei Ampel-Parteien hatten die Grünen am Dienstag dem früheren SPD-Politiker ihre Unterstützung zugesagt.

Forderungen: Weiblicher Gegenkandidat für Steinmeier

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, er persönlich werde eine zweite Amtszeit Steinmeiers unterstützen. Zugleich sprach Wüst von einer verpassten Chance: „Eine Bundespräsidentin, die für das weltoffene und fortschrittliche Deutschland steht, wäre ein starkes Zeichen in dieser Zeit des Umbruchs gewesen.“ Aus der Union waren im Vorfeld Forderungen laut geworden, CDU und CSU sollten eine Frau als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt ins Rennen schicken.