Uniper soll vor Verstaatlichung offenbar Geschäfte in Niederlanden verkaufen

Die EU-Kommission soll laut einem Bericht eine entsprechende Forderung gestellt haben. Dabei geht es demnach vor allem um das Steinkohlekraftwerk Maasvlakte.

Die Bundesregierung plant eine Verstaatlichung von Uniper.
Die Bundesregierung plant eine Verstaatlichung von Uniper.AFP/Ina Fassbender

Der im Zuge des Ukraine-Kriegs in finanzielle Schieflage geratene Energiekonzern Uniper soll einem Medienbericht zufolge seine Geschäfte in den Niederlanden verkaufen, damit der deutsche Staat das Unternehmen wie geplant übernehmen kann. Die EU-Kommission habe eine entsprechende Forderung gestellt, berichtete das Handelsblatt am Montag unter Verweis auf Insider. Dabei geht es demnach vor allem um das Steinkohlekraftwerk Maasvlakte.

Uniper ist wegen der ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland in Not geraten. Das Unternehmen bezog einen Großteil seines Gases aus Russland und muss seine Kunden nun mit sehr viel teurerem Ersatz beliefern. Milliardenschwere Staatshilfen reichten nicht aus. Die Bundesregierung entschied sich schließlich dazu, Uniper zu verstaatlichen.

Uniper versucht offenbar noch, Zugeständnisse zu mindern

Die EU-Kommission als Wettbewerbshüterin muss grünes Licht für das staatliche Rettungspaket geben. Nach Informationen des Handelsblatts versucht der Konzern derzeit noch, in Verhandlungen die Zugeständnisse zu mindern. Über die Abgabe des niederländischen Geschäfts hinaus fordert die Brüsseler Behörde demnach etwa Unipers Teilnahme an einer europäischen Gaseinkaufsplattform.

Viel Zeit bleibt dem Konzern nicht mehr. Die Aktionärinnen und Aktionäre sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 19. Dezember über den Rettungsplan abstimmen. Das gilt zwar als Formsache, kann jedoch nur geschehen, wenn eine Einigung mit Brüssel vorliegt.