Berlin - Corona hat ein neues Zeitalter geschaffen. Verbote, Verordnungen und auch das Virus selbst haben das Leben von unzähligen Menschen grundlegend verändert. So sehen sich viele Menschen auch in Berlin mit völlig neuartigen Herausforderungen konfrontiert. Bisherige Strategien, das eigene Leben zu meistern und einen Ausgleich für Alltagsprobleme zu finden, wurden quasi über Nacht wirkungslos. In Zusammenhang mit Covid-19 breiten sich Unsicherheit, Wut und ein Gefühl von Ohnmacht aus. 

Die Berlinerin Nancy Breternitz arbeitet als Impact Partnerin und Konfliktberaterin. Sie begleitet Menschen in Entscheidungs- und Orientierungsprozessen und bietet Betreuung in Konflikt- und Spannungsfeldern an. Zudem beschäftigt sich die 35-Jährige (sie hat Praktische Psychologie studiert) mit Feelgood-Management und der Prävention von Burnouts. Als verheiratete Mutter eines schulpflichtigen Kindes kennt sie zudem die Alltagssorgen, die die Corona-Krise mit sich bringt. In der Berliner Zeitung gibt sie zehn Tipps für den erfolgreichen Umgang mit Stress in Zeiten von Corona. 

Anspannung und Entspannung müssen ausgeglichen sein

Wer unter Stress steht, ist entweder überfordert oder dauerhaft unterfordert. Wenn ein Mensch glaubt, eine Herausforderung nicht bewältigen zu können, wird sein persönlicher Alarmzustand aktiviert. Hierfür können bereits kleine Gedanken wie „Das schaffe ich nicht“ ausreichen. Um in Balance zu sein, müssen Anspannung und Entspannung ausgeglichen sein. In schweren Zeiten ist es hilfreich, tief durchzuatmen. Akzeptieren Sie, dass zum Leben auch das Scheitern gehört. Der Mensch lernt in keinem Moment mehr als in dem der scheinbaren Niederlage. Stärken werden nicht auf leichten Wegen erlangt. Wer ruhig bleibt und den Moment erfassen kann, zieht aus allem Negativen eine nützliche Lektion.

Kultivieren Sie das „Up and Down“ in Ihrem Leben. Dauerhaft auf voller Leistung zu laufen, zerstört jeden Motor. Entscheidend ist ein ausgewogenes Verhältnis von Anspannung und Entspannung. Der Pendelschwung in die eine Richtung bedeutet stets auch den Pendelschwung in die andere Richtung. Akzeptieren Sie dieses Phänomen auch in Ihrer Gefühlswelt. Wer dauerhafte Glückseligkeit erwartet, wird das Glück bald nicht mehr sehen.

Wer alles haben kann, für den verliert alles an Wert. Würdigen Sie selbst dunkle Momente, denn diese lassen Sie das Licht erkennen. Kämpfen Sie gegen diese an, so geben Sie ihnen nur mehr Energie. Konzentrieren Sie sich besser auf den nächsten kleinen Schritt, den Sie in eine glücklichere Richtung gehen können.

Überlebensstrategien aus der Kindheit verlieren an Relevanz

Viele Menschen haben aktuell das Gefühl, als befände sich nichts mehr am rechten Fleck. Sie sehnen sich zurück zur Normalität. Das menschliche Gehirn ist stets bestrebt, so wenig Aufwand wie möglich zu betreiben. Es nutzt Routinen, um Energie zu sparen. Ehe der Mensch es bemerkt, befindet er sich quasi im Blindflug. Ein antrainierter Autopilot übernimmt das Steuer. Wenn dieses bequeme Dahingleiten unterbrochen wird, beginnt der Mensch, sich unwohl zu fühlen. Doch genau hier liegt ein gewaltiges Potenzial. Der Mensch wird wach und betritt Neuland. Ungewohnte Situationen bieten Chancen, alte Denkautobahnen zu verlassen und sich neu kennenzulernen. Seien Sie neugierig und erkunden Sie, welche Muster Ihnen nicht mehr dienen.

Wie möchten Sie auf Probleme reagieren? Wie möchten Sie sich unter Zeitdruck verhalten? Wie werden Sie Fehler betrachten? Welche Ihrer bevorzugten Ausreden haben Sie stets ausgebremst? Werden die Schwachstellen Ihres Autopiloten in einer Krise sichtbar, treten Sie auf die Bremse. Nehmen Sie sich die Zeit, diese kennenzulernen, und verpassen Sie ihnen ein Update.

Foto: Anthez Fotografie/ Gregor Anthes
Konfliktberaterin Nancy Breternitz kennt als Mutter eines schulpflichtigen Kindes die speziellen Sorgen und Ängste von Eltern in der Corona-Krise.

Viele Ihrer Muster haben Sie sich bereits in Kindheitstagen als Überlebensstrategien zugelegt. Was für ein Kind dienlich ist, verliert im Erwachsenenalter jedoch an Relevanz. Sie haben sich weiterentwickelt, auch Ihr Umfeld hat sich verändert. Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Programme noch zielführend sind. Sie werden überrascht sein, wie viel Flexibilität Sie erlangen, wenn Sie Ihre Bleischuhe erkennen und diese ausziehen.

Ein weitverbreiteter Irrglaube: Angst zeugt von Schwäche

Die aktuelle Zeit wird von vielen als besonders stressig empfunden. Stress wird ausgelöst, wenn der Mensch glaubt, einer Situation nicht gewachsen zu sein. Das Gehirn entscheidet blitzschnell auf Basis gespeicherter Eindrücke, ob die Herausforderung bewältigt werden kann. Heute sind es in aller Regel keine Raubtiere, die unser unser Leben bedrohen. Stattdessen sind es vielmehr mentale Herausforderungen, die wir meistern müssen. Ängste finden ihren Ausdruck in den kreativsten Facetten, werden dabei aber oft nicht mehr als solche erkannt.

Ein weitverbreiteter Irrglaube: Angst zeugt von Schwäche. Somit wird sie bevorzugt eingekleidet in Perfektionismus, Aggressivität, Intoleranz, Misstrauen oder Gier. Das Gefühl, das durch die Angst hervorgerufen wird, ist ein Torwächter, keine Bedrohung. Ohne den Torwächter zu kennen, lässt sich die Gefängnistür nicht öffnen. Die erlernten Überlebensstrategien der Kindheit beziehen sich auf Bereiche wie Liebesentzug, Versagens- oder Trennungsangst. Diesen Rucksack voll konditionierter Verhaltensweisen trägt man tagein, tagaus herum, ohne zu merken, dass man ihm längst entwachsen ist.

Sie fühlen sich unwohl? Sehr gut, Ihr Inneres möchte Ihnen die Richtung weisen. Beugen Sie Selbstsabotage vor. Überspielen Sie Ihre Gefühle nicht. Schwierige Situationen sind oft deshalb schwierig, weil sie diffus bleiben. Achten Sie darauf, welchen Schlüssel Ihnen Ihre Emotionen überreichen wollen.

Kampf oder Flucht? Verlassen Sie dieses Spielfeld

In Situationen, in denen der Mensch gestresst ist, fühlt er instinktiv das Streben nach Kampf oder Flucht. Beide Verhaltensweisen haben in vergangenen Zeiten das Überleben gesichert, fördern heute jedoch kaum noch tragfähige Lösungen zutage. Nimmt der Mensch etwas als Bedrohung wahr, sieht er es automatisch als Feind und sich als Opfer. Die meisten Menschen werden bei ihrem Gegenüber jedoch hauptsächlich mit ihren eigenen Ängsten und Zwängen konfrontiert. Verlassen Sie dieses Spielfeld.

Fragen Sie sich, ob es Ihnen um die Schlacht geht oder darum, zu lernen und Lösungen zu entwickeln. Selbst wer eine Schlacht gewinnt, wird sich nur so lange in Sicherheit wiegen, wie er dominiert. Kämpfen Sie nicht engstirnig gegen die Umstände, sondern öffnen Sie Ihren Blick für neue Möglichkeiten. Die Besinnung auf Erkundung wird Sie klar und wachsam werden lassen. Sie werden nicht länger darauf fixiert sein, Pfeile abzuschießen und herannahenden Argumenten auszuweichen.

Ergründen Sie die Motive Ihres Gegenübers. Jeder Mensch hat persönliche Gründe und Motivationen für seine Reaktionen. Gegenteilige Ansichten sind keine Bedrohung, sie zeigen uns vielmehr andere Perspektiven auf. Die eine Wahrheit gibt es nicht, lediglich viele Betrachtungsweisen. Die letzten Monate haben viele Menschen in Alarmbereitschaft versetzt, wodurch Beziehungen stark belastet wurden. Wer sich nicht verhärtet und wirklich verstehen möchte, was ihn selbst oder seine Mitmenschen zu teils emotionalen Überreaktionen verleitet, kann mit gestärkten Beziehungen die Krise überwinden.

Finden Sie Ihren eigenen Rhythmus

Kommt Ihnen das Gefühl von ständiger Hektik und Unruhe bekannt vor? Falls ja, sind Sie damit nicht allein. 67 Prozent der Deutschen kennen diese Empfindung als größten Auslöser von Stress. Dabei hat der Mensch in der westlichen Gesellschaft heute mehr Zeit denn je. Arbeitszeiten sind gesunken, Haushaltsgeräte beschleunigen die Hausarbeit, Wege können durch die digitalen Errungenschaften gespart werden und die Lebenserwartung ist deutlich gestiegen. Worin liegt also die Ursache der gefühlten dauerhaften Zeitnot?

Laut Dr. Ilona Boniwell, einer weltweit führenden Expertin für positive Psychologie, verschwenden viele Menschen ein Drittel Ihrer freien Zeit vor dem Fernseher, Computer oder am Smartphone. Diese Personen verbringen deutlich weniger Zeit mit Dingen, die sie als freudvoll erleben. Die elektronische Unterhaltung verkürzt somit unsere qualitative Lebenszeit. Der Mensch lässt sich passiv berieseln und begibt sich in eine Zone ohne bereichernde Erinnerungen. Wenn der Mensch dann über seine Zeit verfügen muss, quetscht er alles in viel zu kleine Zeitfenster. Tragisch wird es, wenn zusätzlich von außen ein zu schneller Takt aufgezwungen wird. In diesem Zustand sind Sie unproduktiv. Blinder Aktionismus vernebelt Ihren Geist und zerstreut Ihre Kräfte.

Ein verbissener Sprint raubt jedem Moment die Leichtigkeit und die Freude am Weg. Er verleitet uns dazu, an Chancen vorbeizuhasten, und lässt uns für die Freuden des Augenblicks erblinden. Von Hektik getrieben erhöht der Mensch das Risiko, noch schneller in die falsche Richtung zu laufen. Machen Sie sich bewusst, wo Sie Ihre Zeit ungenutzt verstreichen lassen, und leben Sie Ihren eigenen Takt, wann immer es Ihnen möglich ist.

Ganz wichtig: Zeit ist eine Frage von Priorität. Wer glaubt, keine Zeit zu haben, ist sich lediglich seiner Prioritäten nicht bewusst. Machen wir das eine, vernachlässigen wir das andere. Üben Sie sich in Geduld. Eine Pflanze wächst nicht schneller, wenn Sie an ihr ziehen. Erschaffen Sie mit sinnvollen Aktivitäten Tag für Tag solide Wachstumsbedingungen und lassen Sie Ihre kostbare Lebenszeit nicht ungenutzt verstreichen.

Erst außerhalb der Komfortzone beginnt das Erleben

Die meisten Menschen streben nach mehr Zufriedenheit und suchen einen Ausweg aus Ihrer Misere. Dabei übersehen sie, dass es oftmals die eigenen Scheuklappen sind, die den Weg versperren. Ihre Scheuklappen sind Ihr individueller Filter, eingefärbt durch persönliche Erwartungen und Bedenken. Dieser Filter zeigt Ihnen das Bild, das Sie von sich und der Welt haben. Somit hat Ihr persönliches Bild der Welt mehr mit Ihnen als mit der Welt zu tun. Auf diese Weise erblicken Sie nur einen Bruchteil der Realität. Das Gehirn interpretiert eine Situation automatisch so, dass Sie zu den persönlichen Vorstellungen passt.

Es strebt Kohärenz und minimalen Aufwand an. Das ist bequem, hindert den Menschen allerdings an der Gewinnung neuer Erkenntnisse. Dieser Effekt ist verantwortlich, wenn eine Person unbemerkt in einer Sackgasse verharrt, statt ihr Potenzial kennenzulernen. Erst außerhalb der vermeintlich sicheren Komfortzone beginnt das Erleben. Erst im Abenteuer erfährt der Mensch, wozu er im Stande ist. Hat er erfahren, was er zu leisten vermag, beeinflusst dieses positive Gefühl seine Wahrnehmung, Motivation, Aktivität und die Art, wie er Rückschläge überwindet.

Wer das Abenteuer wagt, wird aufblühen, statt nur zu funktionieren. Alles, was Ihnen begegnet, will Ihnen etwas sagen. Erleben Sie Ihre Lebenszeit, statt sie vorüberziehen zu lassen. Seien Sie sich bewusst, dass Sie alles tun oder lernen können. Diese Überzeugung bestimmt den Verlauf Ihres Lebens. Das Unbewusste strebt danach, zu erfüllen, was der Mensch von sich selbst denkt. Stecken Sie Ihren Rahmen mit jedem Verlassen der Komfortzone immer weiter. Je mehr man über sich und die Welt kennenlernt, desto stabiler ist das Fundament, auf dem man steht.

Innere Klarheit führt zur äußeren Klarheit

Die Identität eines Menschen hat nichts mit vorüberziehenden Wolken zu tun. Schwierige Umstände sind zeitweilige mentale Erscheinungen, die kommen und gehen. Menschen, die die Verantwortung für ihr Lebensskript übernehmen, sind aktiver und glücklicher. Sie wissen, wenn sie am Ende ihrer Tage einer anderen Person die Schuld für versäumte Momente geben, wäre das Ergebnis frustrierend. Es wäre ein vergeudetes Leben. Auch in bescheidenen Situationen kann der Mensch wählen, wie er diese interpretiert und was er aus den Steinen, die auf seinem Weg liegen, bauen möchte.

Erkennen Sie, wann fremde Einflüsse bewusst oder unbewusst den Stift Ihres Lebens führen. Je genauer Sie wissen, welche Gefühle und Erinnerungen Sie am Ende der Woche, am Ende des Jahres gesammelt haben wollen, desto aktiver werden Sie für deren Verwirklichung eintreten. Innere Klarheit führt zur äußeren Klarheit. Hält der Mensch den Stift in der Hand, so entzieht er der Hilflosigkeit oder dem Gefühl, in die Ecke gedrängt zu sein, die Energie. Erinnern Sie sich: Tun wir das eine, vernachlässigen wir das andere. Der Mensch, der seine Energie bewusst in die Gestaltung und Entwicklung seines Lebens steckt, hat keine Energie für destruktive Gedanken.

Finden Sie heraus, welche Aktivitäten, Menschen und Orte Ihr Herz höher schlagen lassen, und folgen Sie dieser Spur. Wer die Geschichte liebt, die er schreibt, wird nicht nur sein Leben erleichtern, er wird auch Licht in seine Umgebung tragen. Positive Gefühle erweitern unser Denk- und Verhaltensrepertoire. Fühlen Sie sich wohl, so sind Sie aufmerksam, aufgeschlossen und motiviert. Sie erkennen mehr Stärken, Möglichkeiten und Lösungsstrategien.

Wechseln Sie die mentale Brille und spielen Sie mit den Perspektiven

Menschen, die die Welt immer nur aus ihrer eigenen Perspektive betrachten, werden vieles übersehen. Sie wissen nicht, was Sie nicht sehen. Kommt eine stressige Zeit hinzu, schalten sie um auf den sogenannten Tunnelblick. Damit wird eine klare, realistische Einordnung verhindert. Verlassen Sie daher dann und wann Ihren engsten Kreis und das vertraute Umfeld, um dem gewohnten Bild zu entkommen. Lassen Sie frische Gedanken und belebende Erfahrungen in ihren Tag.

Hierbei erzielen bereits kleine Abzweigungen einen Effekt. Setzen Sie sich ganz bewusst unterschiedliche Brillen auf. Stellen Sie sich dabei folgende Fragen: Wie sehen die Dinge durch eine rote, intensiv gefühlsbetone Brille aus? Welche blauen, sachlichen Aspekte werden durch die rote Brille übersehen? Gibt es positive gelbe Seiten? Welche schwarzen, also negativen Färbungen sollte man nicht zulassen? Haben Sie mindestens fünf Brillen im Gepäck, die Sie für wesentlich erachten, um wichtige Aspekte besser zu erfassen.

Alternativ können Sie durch die fiktiven Brillen von Menschen Ihrer Wahl blicken. Betrachten Sie auch die eigene Person durch diese Gläser. Nicht selten übersehen Menschen ihre hinderlichsten oder ihre kostbarsten Eigenschaften. Hinterfragen Sie, kombinieren Sie und ordnen Sie neu.

Kommen Sie Selbstbetrug und Selbstsabotage zuvor

Der Mensch beherrscht unwissentlich viele Tricks und Kniffe, die ihn komfortabel auf der Stelle treten lassen. Sieht er sich mit einem unangenehmen Gefühl konfrontiert, strebt sein Gehirn Ausweichstrategien an. Es versucht, durch Kompensation auf angenehmere Nebenschauplätze auszuweichen. So kommt es nicht selten vor, dass sich Menschen bei Beziehungsproblemen in die Arbeit stürzen. Wer das Unkraut in seinem Garten nicht sieht, sich jedoch über das auf dem Nachbargrundstück beschwert, der erwischt seinen Verstand bei der Projektion.

Beide Prozesse lenken gekonnt von der Wurzel des Problems ab. Auf diesem Weg wird der eigentlichen Hürde unbeabsichtigt Raum gegeben, statt sie zu überwinden. Ähnlich sieht es bei verdeckten Sehnsüchten aus. Man kann noch so sehr versuchen, sich auf Nebensächlichkeiten zu stürzen, am Ende wird die Leere erst weichen, wenn man der Sache auf den Grund geht. Wer sich auf das Nachbargrundstück konzentriert, um sich abzulenken, tut nichts, um Zufriedenheit in seinem Garten zu erleben.

Kommen Sie Selbstbetrug und Selbstsabotage zuvor, indem Sie die kreativen, aber tückischen Abkürzungen Ihres Geistes aufdecken. Gehen Sie jeden Tag einen kleinen bewussten Schritt. Die Bewegung eines winzigen Teils im System hat immer auch die Bewegung des ganzen Systems zur Folge.

Solange Gedanken nur in Ihrem Kopf kreisen, bleiben sie im Karussell

Damit persönliche Krisen nicht plötzlich über einen Menschen hereinbrechen, ist es wichtig, kontinuierlich den Überblick zu haben, wo man sich befindet. Es gibt Dinge, die sich in ein Leben einschleichen und unter der Oberfläche beträchtliche Schäden anrichten können. Das frühzeitige Erkennen entzieht diesen Dingen die Energie.

Die größte Chance auf Klarheit erlangt der Mensch, wenn er versucht, sich anderen Menschen klarzumachen. Solange die Gedanken im eigenen Kopf kreisen, werden sie das Karussell nicht verlassen. Wer seinen Gedanken Ausdruck verleiht, wird sie zu greifen bekommen. Individuell aktivierende Fragen können hierbei einen hilfreichen Rückenwind darstellen. 

Diese Fragen können sein:

  • Welche Anforderungen oder Erwartungen setzen mich unter Druck?
  • Sind es meine Erwartungen oder habe ich sie blind übernommen?
  • Was ist mein Anteil am Problem?
  • Was will ich mir aktuell nicht eingestehen? 
  • Was für ein Vorbild möchte ich für meine Mitmenschen sein? 
  • Auf welche Momente der Freude möchte ich am Ende des Jahres zurückblicken? 
  • Für welche Beziehungen möchte ich mir mehr Zeit nehmen und diese pflegen? 
  • Welche Hürden möchte ich dieses Jahr überwinden? 
  • Welche neuen Dinge habe ich im vergangenen Monat über mich erfahren? 
  • Wie stelle ich sicher, dass ich die Impulse, die ich heute erfahren habe, richtig nutze?

Wenn Sie die aufgeführten zehn Punkte beherzigen, werden Sie krisenreiche Zeiten und die Herausforderungen des Lebens mit einem wachen und differenzierten Blick betrachten. Und Ihr persönliches Stressempfinden wird sich auf einem produktiven Niveau halten.

Aufgezeichnet von P. Debionne.