Nach Angaben der Bundesregierung wird jeder dritte Arbeitsvertrag bei Neueinstellungen vorerst nur befristet abgeschlossen. Laut einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der stellvertretenden Linke-Fraktionschefin Susanne Ferschl erfolgten 32 Prozent aller 3,91 Millionen Neueinstellungen im Jahr 2020 nur in einem zeitlich befristeten Arbeitsverhältnis, wie die Augsburger Allgemeine (Montagausgabe) berichtete. Nicht berücksichtigt sind demnach grundsätzlich befristete Arbeitsverhältnisse wie Ausbildungsverträge.

Ein Viertel der betroffenen 1,25 Millionen Beschäftigten erhielt den Angaben zufolge dabei nur eine Beschäftigungsgarantie von maximal 18 Monaten. Insgesamt lag der Anteil aller befristeter Arbeitsverhältnisse in Deutschland bei 7,5 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Nach Angaben der Bundesregierung lag der Anteil der unbefristeten Arbeitsverträge bei 59,7 Prozent. Bei den restlichen 8,3 Prozent lagen keine Angaben vor.

Die stellvertretende Linken-Fraktionschefin Susanne Ferschl kritisierte, dass die Regierungskoalition kaum Maßnahmen zur Zurückdrängung der sogenannten sachgrundlosen Befristung plane. „Gerade sachgrundlose Befristungen dienen der Disziplinierung von Beschäftigten, denn wem Hartz IV droht, der muckt nicht auf und nimmt schlechte Löhne und Arbeitsbedingungen eher in Kauf“, sagte Ferschl der Zeitung.

„Arbeitgeber können ihr unternehmerisches Risiko so auf die Beschäftigten abwälzen und ihren Personalbedarf flexibel gestalten.“ Für die Beschäftigten schaffe dies oft ein Klima von Unsicherheit und Angst. „Sachgrundlose Befristungen gehören abgeschafft“, forderte die Linken-Politikerin.