Berlin - Die grüne Spitzenkandidatin Bettina Jarasch bekommt mit ihrer Kritik an der Berliner Autobahn 100 Gegenwind aus der Wirtschaft. Mit ihren Äußerungen zeige Jarasch, dass sie in Sachen Wirtschaftskompetenz noch viel Luft nach oben habe, teilten die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) am Sonnabend mit. Die A100 sei die meistbefahrene Autobahn Deutschlands und lebenswichtig für den Wirtschaftsverkehr und die Versorgung von Millionen Menschen. „Viele Industrie- und Gewerbestandorte entlang der Trasse wären ohne einen Autobahn-Anschluss nahezu unattraktiv“, heißt es in einer UVB-Mitteilung. „Der Vorschlag von Bettina Jarasch, die A100 zurückzubauen, ist aberwitzig.“

Jarasch hatte am Freitag mit Blick auf die Klima- und Verkehrspolitik mit weniger Autos gesagt: „Was wir nun wirklich nicht brauchen in Berlin, ist eine Autobahn! Eine Schneise aus Beton, die lebendige, dicht besiedelte Quartiere durchtrennt. Statt über den Weiterbau sollten wir anfangen, über den Rückbau der A100 zu reden! Dazu muss Andreas Scheuer als Verkehrsminister im Bund abgelöst werden.“ Die A100 führt von Moabit über das Dreieck Funkturm bis zum Dreieck Neukölln. Von dort aus wird sie derzeit weitergebaut bis Treptow.

Öko-Partei will klimaneutrales Berlin 

Ein halbes Jahr vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus hatten die Grünen am Freitag ihren Plan für ein klimaneutrales Berlin beschlossen. Die Delegierten eines Online-Parteitages stimmten für eine Null-Emissions-Zone (Zero Emission Zone): Ab 2030 sollen demzufolge innerhalb des S-Bahn-Rings keine Autos mit fossilen Antrieben mehr fahren, bis 2035 soll das Modell auf die ganze Stadt ausgeweitet werden. Zudem sollen nach dem Willen der Öko-Partei bis 2025 alle landeseigenen Gebäude mit Solaranlagen ausgestattet sein und bis spätestens 2030 die letzten Kohlekraftwerke vom Netz gehen.