Marokko hat am Sonntag die ersten von Millionen in Europa lebenden Staatsbürgern empfangen, die über die Sommermonate in die Heimat zurückkehren. „Die Operation Marhaba (willkommen) für die im Ausland lebenden Marokkaner beginnt am 5. Juni“, erklärte die Mohammed-V-Stiftung, welche die Aktion organisiert, am Sonnabendabend. Bei der letzten ähnlichen Aktion im Sommer 2019 hatten 3,3 Millionen Menschen und mehr als 760.000 Fahrzeuge die Straße von Gibraltar überquert.

Seit Jahrzehnten reisen viele in europäischen Staaten lebende Marokkaner jedes Jahr für die Sommermonate in die Heimat. Wegen Grenzschließungen aufgrund der Corona-Pandemie und dann eines rund einjährigen diplomatischen Streits zwischen Spanien und Marokko war dies in den vergangenen zwei Jahren nicht möglich gewesen. Der Fährverkehr zwischen den beiden Ländern war schließlich im April wieder aufgenommen worden.

Helfer empfangen Tausende Menschen in Marokkos Häfen und Flughäfen

Auf marokkanischer Seite wird auch aus wirtschaftlichen Gründen viel dafür getan, den Auslandsmarokkanern die zeitweise Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen. Im Rahmen der „Operation Marhaba“ helfen mehr als tausend Menschen den Ankommenden in Marokkos Häfen und Flughäfen. Auch in den spanischen Häfen von Almería und Algeciras, im französischen Marseille und im italienischen Genua sind marokkanische Helfer vor Ort.

Bei Weitem die meisten Rückkehrer setzen von Spanien aus per Schiff über. Der Verkehr geht auch in beide Richtungen, da viele Marokkaner in spanischen Küstenorten Urlaub machen. Die spanische Regierung sprach zuletzt von „einer der größten Bewegungen von Menschen über Kontinente hinweg in so kurzer Zeit“.