Die Rostocker Kreuzfahrt-Saison 2022 ist eröffnet. Am Montagmorgen hat die „Aidadiva“ überpünktlich am Warnemünder Passagierkai angelegt. Das aus Hamburg kommende Schiff ist damit das erste Kreuzfahrtschiff, das in diesem Jahr in den Hafen eingelaufen ist. Es sollte am Abend zu einer viertägigen Kurzreise nach Schweden aufbrechen. Bereits drei Tage später (14. April) soll die „Aidamar“ von Gran Canaria kommend in Warnemünde eintreffen. Insgesamt hat die Reederei Aida Cruises 60 Anläufe in diesem Jahr geplant.

In Rostock-Warnemünde werden bis zum Herbst etwa 150 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen erwartet. Allerdings sei das ganze Geschehen noch mit vielen Risiken behaftet, hieß es vom Hafen. Diese Risiken seien mit der aktuellen Situation der Corona-Pandemie und der politischen Lage im östlichen Ostseeraum verbunden.

Star Cruises Germany: „Superstar Libra“ verkauft

Das zur Unterbringung von Mitarbeitern der insolventen MV-Werften genutzte Schiff „Superstar Libra“ hat unterdessen seinen Liegeplatz am Ausrüstungs-Kai in Wismar verlassen. Wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters von Star Cruises Germany sagte, hat der chinesische Eigentümer das Schiff weiterverkauft. Man habe keine genauen Informationen, jedoch habe das Schiff eine neue Crew und solle vermutlich nach Griechenland verlegt werden. Ursprünglich war geplant gewesen, das Schiff in der Türkei zu verschrotten, dies scheiterte jedoch aus zunächst unbekannten Gründen.

Star Cruises Germany, das ebenfalls zum insolventen Mutterkonzern der MV-Werften – Genting Hongkong – gehört, hatte die „Superstar Libra“ nur gepachtet. Aus Sicht der MV-Werften ist es eine gute Nachricht, dass das Schiff Rostock verlässt. Wie der Insolvenzverwalter der MV-Werften, Christoph Morgen, sagte, wird der Liegeplatz unter Umständen für den Weiterbau des zu 75 Prozent fertiggestellten Kreuzfahrtriesen „Global One“ benötigt. Hierfür müsse sich jedoch zunächst ein Käufer finden.

Der chinesische Genting-Konzern war im Januar in den Gläubigerschutz gegangen. Grund war der coronabedingte Zusammenbruch des weltweiten Kreuzfahrtgeschäfts. Zuvor hatten bereits die MV-Werften als Tochterunternehmen Insolvenz angemeldet.