Berlin - Die Schauspielerin Ursula Karven (56) will sich für mehr Schutz gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz einsetzen. Junge Frauen bekämen heute noch Textnachrichten, die sich in keiner Weise von denen unterschieden, die sie früher selbst bekommen habe, sagte Karven am Donnerstagabend in Berlin. Und je länger sie darüber nachgedacht habe, desto wütender sei sie geworden. 

Sie sei früher selbst sexualisierten Textnachrichten ausgesetzt gewesen, erklärte sie. Diese seien meist spät in der Nacht gekommen und morgens vor dem Dreh wieder, vieles davon sei unter der Gürtellinie gewesen. 

#TheLouderVoices

Karven riet Frauen, in solchen Fällen sofort darüber zu reden: „Also wirklich laut werden.“ Dazu passe das Schlagwort #TheLouderVoices, unter dem sie online eine Petition gestartet habe. Karven forderte die Politik auf, eine Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation zu unterstützen. 

Karven nahm an einem Treffen mehrerer Frauen aus Politik, Wirtschaft und Kultur teil. Unter anderen kamen auch Christine Lambrecht (SPD), Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU), Schauspielerinnen wie Barbara Becker und Katja Riemann, Journalistin Dunja Hayali und Drehbuchautorin und Regisseurin Anika Decker („Keinohrhasen“).

In der Filmbranche habe sich mit #MeToo einiges getan, sagte Decker. Man könne mittlerweile etwa Dinge benennen und auch Situationen aufzeigen, in denen man sich diskriminiert oder falsch behandelt gefühlt habe. „Es wird nicht mehr so abgetan.“ Filmset und Theater seien noch immer ein Ort für zotige Witze: „Da kommt die Grenze jetzt aber früher“, so Decker.