PhiladelphiaPolizisten haben in der US-Stadt Philadelphia einen 27-jährigen Schwarzen erschossen. Der Mann namens Walter Wallace Jr. sei mit einem Messer bewaffnet gewesen und habe dieses trotz mehrfacher Aufforderungen nicht fallen lassen, so ein Polizeisprecher. Der Verdächtige habe sich auf die Polizisten zubewegt, woraufhin zwei Beamte mehrfach auf ihn gefeuert hätten. 

Nach dem Vorfall vom Montagnachmittag (Ortszeit) kam es in der Nacht zu Krawallen, wie die Zeitung Philadelphia Inquirer berichtet. Dabei seien mehrere Polizisten verletzt worden, es habe auch Festnahmen gegeben.

Vorfall wurde mit Smartphones gefilmt

Bürgermeister Jim Kenney erklärte mit Blick auf den Vorfall, der von Passanten mit Smartphones gefilmt wurde: „Ich habe das Video dieses tragischen Vorfalls gesehen. Es wirft schwierige Fragen auf, die beantwortet werden müssen.“

Polizeichefin Danielle Outlaw versprach eine gründliche Untersuchung des Falls, um „die vielen unbeantworteten Fragen“ zu klären. Die Polizei war wegen eines Berichts über einen Vorfall häuslicher Gewalt, der sich auf das spätere Opfer bezog, zu dem Ort im Westen Philadelphias gekommen.

Die Familie von Wallace Jr. gab jedoch an, lediglich einen Krankenwagen gerufen zu haben, um wegen einer psychischen Krise zu helfen. Die Anwältin der Familie bezweifelt, dass die Polizisten die richtige Ausbildung hatten, um Wallace Jr. zu helfen.

In den USA war es seit Ende Mai landesweit zu Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt gekommen. Der Auslöser der Proteste war die brutale Tötung des unbewaffneten Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis gewesen.