Washington - Nach der Erstürmung des US-Kapitols hat der amtierende US-Heimatschutzminister Chad Wolf Präsident Donald Trump „angefleht“, die Gewalt nachdrücklich zu verurteilen. Die Gewalt sei „tragisch und widerlich“ gewesen, erklärte Wolf am Donnerstag. Das Vorgehen einiger Anhänger des Präsidenten sei „inakzeptabel“. Trump und alle Politiker müssten dies deutlich verurteilen, forderte er.

Wolf galt bislang als extrem loyaler Gefolgsmann des Republikaners Trump – nicht zuletzt bei den Bemühungen, die Einwanderung zu beschränken und den Bau der Mauer an der Grenze zu Mexiko voranzutreiben. In seiner Erklärung teilte Wolf nun mit, er werde „bis zum Ende“ der Amtszeit der Regierung weiter die Geschäfte führen, um sich für die Sicherheit des Landes einzusetzen und die geordnete Übergabe der Amtsgeschäfte an die Regierung des Demokraten Joe Biden zu unterstützen.

Wolfs Erklärung war insofern bemerkenswert, weil Trumps Kabinettsmitglieder bisher vermieden hatten, vom Ende ihrer Amtszeit zu sprechen – vor allem, um ihren Chef nicht zu ärgern. Trump weigert sich, seine Niederlage einzuräumen und spricht stattdessen von massivem Wahlbetrug, wofür es aber keine Beweise gibt. Der Kongress bestätigte am Donnerstagmorgen (Ortszeit) Bidens Sieg. Der Demokrat wird am 20. Januar als neuer Präsident vereidigt werden.