Die Luftstreitkäfte der USA bekommen neue Atombomber. Ein Sprecher teilte mit, ein umfangreiches Flugtestprogramm für die Zertifizierung der F-35A der US Air Force mit B61-12-Atombomben sei abgeschlossen. „Der Verteidigungsminister hat sich gegenüber der NATO verpflichtet, dass wir den Termin für die nukleare Einsatzzulassung der F-35 im Januar 2024 einhalten werden“, sagte Oberstleutnant Jason W. Shirley, Leiter des F-35 DCA-Teams. Zunächst berichtete die Flugrevue. Damit der Termin eingehalten werden konnte, musste der Termin für die Design-Zertifizierung um ein Jahr auf Januar 2023 vorverlegt werden.

Ausgangspunkt für die erforderliche Entwicklungstestkampagne war das F-35 DCA-Team auf der Edwards Air Force Base. Hier wurden neun Boden- und 19 Flugversuche durchzuführen. Die Arbeit des Teams beendet damit eine dreijährige Testkampagne mit 87 Flügen und 198 Flugstunden. Nach deren Abschluss soll das F-35 DCA Team jetzt daran arbeiten, „die nukleare Designzertifizierung der B61-12 mit der F-35A-Version vor Januar 2023 zu erhalten“, schreibt die Flugrevue. Oberstleutnant Shirley: „Der Erhalt der Zertifizierung wird es der USAFE ermöglichen, mit der Ausbildung für die nukleare Einsatzzertifizierung zu beginnen.“

An dem Programm beteiligt sind das Büro des US- Verteidigungsministers, das Hauptquartier der USAF, das Nuklearwaffenzentrum der USAF, das Sicherheitszentrum der USAF, das Luftkampfkommando sowie die US-Luftstreitkräfte in Europa, die Nationale Behörde für nukleare Sicherheit des Energieministeriums, die Sandia National Labs und schließlich die Los Alamos National Labs. Aus der Industrie sind die Firmen Lockheed Martin und sowie Boeing St. Charles beteiligt. Nicht alle F35-Flugzeuge werden dem Bericht zufolge nuklearfähig sein. Nur diejenigen Einheiten, die auch tatsächlich einen nuklearen Auftrag haben, werden mit entsprechender Hardware ausgerüstet und das Personal erhalten, das für Konfiguration und Wartung der nuklearfähigen F35-Flugzeuge erforderlich ist.

Die B61-Atombombe ist die einzige Nuklearwaffe, die von den USA offiziell auch in Drittländern stationiert wird. In Deutschland haben die USA laut einem Bericht des Nachrichtenportals heise.de im Rahmen der sogenannten Nuklearen Teilhabe B61-Bomben mit einer Sprengkraft von 50 Kilotonnen (kt) TNT im rheinland-pfälzischen Fliegerhorst Büchel gelagert. Die Hiroshima-Bombe hatte eine Sprengkraft von 13 Kilotonnen.