In den Vereinigten Staaten grassiert offenbar ein Mangel an Periodenprodukten. Wie CNN berichtet, räumten in den vergangenen Tagen mehrere Top-Einzelhändler und -Hersteller die Lieferengpässe ein, nachdem in den sozialen Netzwerken entsprechende Berichte kursierten. Zuvor war ein Bericht im Time-Magazin erschienen, dem zufolge ein Mangel herrsche, „über den niemand spricht“.

Laut Bloomberg steigen aufgrund der Inflation auch die Kosten für Komponenten wie Kunststoffe, Zellstoff und Baumwolle, was zu den Preissteigerungen bei Binden und Tampons führt. Die Gründe sind vielfältig: Zum einen werden Baumwolle und Kunststoff auch in persönlicher Schutzausrüstung verwendet. Diese wurde während der Pandemie stark nachgefragt.

Mehrere Gründe für Tampon-Mangel in den USA, darunter der Ukraine-Krieg

Zum anderen habe der Ukraine-Krieg das Angebot weiter beschränkt, da Russland und die Ukraine Düngemittel exportieren, die für den Baumwollanbau verwendet werden. Eine Dürre in Texas habe das Problem zudem verschärft, so CNN. Bloomberg schreibt unter Berufung auf einen Branchenkenner, dass die gestiegenen Preise auch mit der gestiegenen Nachfrage nach Polymeren zusammenhängen. Die Hersteller versuchten demnach mit Hilfe der Kunststoffe Windeln, Menstruationsprodukte und Inkontinenzartikel dünner und bequemer zu machen.

Procter & Gamble, ein Hersteller für Periodenprodukte, führt den Mangel indes auf eine Kampagne mit der Komikerin Amy Schumer zurück. Seit die Anzeigen im Juli 2020 gestartet wurden, „ist das Wachstum der Einzelhandelsumsätze explodiert“, sagte ein Sprecher gegenüber dem Time-Magazin. Unterdessen schildert Dana Marlowe, die Gründerin von I Support the Girls, die Obdachlosen BHs und Menstruationshygiene anbietet, schildert das Problem eines Rückgangs an Tampon-Spenden so: „Seit ein paar Monaten rufen uns Organisationen an und sagen: ‚Wir brauchen Tampons‘, und wir gehen zu unserem Lager und da ist nichts.“ Procter & Gamble versichert indes, dass dies eine „vorübergehende Situation ist“. Berichte über einen möglichen Mangel an Periodenprodukten in Deutschland sind bislang nicht bekannt.