In den USA laufen mehrere Impfstoff-Tests (Symbolbild).
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WashingtonNeue Vorgaben der US-Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA machen die schnelle Zulassung eines Corona-Impfstoffs unwahrscheinlich. Die Behörde veröffentlichte am Dienstag ihre Richtlinien für die beschleunigte Zulassung eines Corona-Impfstoffs. Demnach müssen die Hersteller, die einen Impfstoff in der dritten und letzten Testphase an Tausenden Menschen erproben, eine Nachbeobachtungszeit von mindestens zwei Monaten nach der zweiten Impfdosis einplanen. In diesem Zeitraum sollen sie ausreichend Daten „zur Bewertung des Risiko-Nutzen-Profils eines Impfstoffs“ erheben.

Damit ist es unwahrscheinlich, dass noch vor der US-Präsidentschaftswahl am 3. November ein Impfstoff zur Verfügung steht. Präsident Donald Trump hatte dies zuletzt immer wieder in Aussicht gestellt. US-Medien berichteten, das Weiße Haus habe versucht, Einfluss auf die neuen FDA-Richtlinien zu nehmen. Demnach hielt das Weiße Haus die Nachbeobachtungszeit für unnötig und wollte sie aus den Richtlinien streichen.

Die beiden Unternehmen Moderna und Pfizer, die bei den klinischen Studien bislang am weitesten sind, haben die dritte Testphase Ende Juli begonnen. Da die zweite Impfdosis jeweils 28 Tage nach der ersten Dosis verabreicht wird, wäre die von der FDA geforderte Nachbeobachtungszeit bei den allerersten Probanden also Ende Oktober zu Ende. Die Firmen hätten dann aber voraussichtlich noch keine ausreichende Datengrundlage, um eine Zulassung im Schnellverfahren zu beantragen.