Washington - 60 Jahre nach dem historischen Weltraumflug des ersten US-Astronauten Alan Shepard ist nun auch seine Tochter ins All gestartet: Laura Shepard Churchley und fünf weitere Insassen hoben am Samstag mit einer Rakete des privaten Weltraumunternehmens Blue Origin im US-Bundesstaat Texas ab. Bereits elf Minuten später waren die Reisenden wieder zurück auf der Erde, dazwischen erlebten sie eine kurze Zeit in der Schwerelosigkeit.

Es war bereits der dritte Flug des Unternehmens von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Dieser nimmt gern symbolträchtige Ehrengäste wie Shepard Churchley mit an Bord. Ihr Vater war am 5. Mai 1961 als erster US-Astronaut in den Weltraum geflogen - 23 Tage, nachdem die damalige Sowjetunion mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All gebracht hatte. Shepard, der 1998 starb, war außerdem der fünfte Mensch auf dem Mond. Ihm zu Ehren heißt die Blue-Origin-Rakete „New Shepard“.

Als weiterer Ehrengast reiste am Samstag auch der bekannte US-Fernsehjournalist Michael Strahan mit ins All, der bei ABC die Sendung „Good Morning America“ mitmoderiert. Außerdem gab es vier zahlende Gäste; damit war die Raumkapsel bei einem Flug erstmals voll besetzt. Wieviel Geld die Mitreisenden für das Abenteuer bezahlten, ist nicht bekannt.

Am ersten bemannten Weltraumflug seines Unternehmens im Juli hatte Bezos höchstpersönlich teilgenommen. Mit der 82-jährigen US-Pilotin Wally Funk und dem 18-jährige Niederländer Oliver Daemen waren außerdem zugleich der älteste und der jüngste Mensch an Bord, die bis dahin in den Weltraum geflogen waren. Im Oktober flog dann beim zweiten Flug von Blue Origin der aus der Science-Fiction-Kultserie „Star Trek“ bekannte „Captain Kirk“-Darsteller William Shatner mit.

Blue Origin bringt die Passagiere zur in 100 Kilometern Höhe gelegenen Kármán-Linie, die laut internationaler Definition die Grenze zum Weltraum markiert. Da es nicht weiter hinaus geht, dauert der Flug jeweils nur weniger als eine Viertelstunde.