BerlinDie Corona-Pandemie hat die Lebensgewohnheiten von vielen Menschen auf den Kopf gestellt. Viele Berliner arbeiten derzeit im Homeoffice, sind wegen der Kontaktbeschränkungen weniger unterwegs und nutzen ihre Monats- und Jahreskarten des VBB (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg) nicht mehr voll aus. Wie die Morgenpost berichtet, planen die Verkehrsunternehmen und die Politik jetzt Alternativen zu den starren Tarifen.  

„Wir brauchen Tarifangebote, die den aktuellen Veränderungen in der Arbeitswelt gerecht werden“, sagte Susanne Henckel, Geschäftsführerin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB). Die neuen Ticketmodelle müssen demnach besser auf die aktuelle Situation zugeschnitten sein. Henckel nennt mögliche neue Ticketmodelle als Zeitkarten mit flexiblen Geltungsbereichen.

Bestärkt wird Henckel in ihren Überlegungen von der BVG-Vorstandsvorsitzenden Eva Kreienkamp. „Unsere Tarife gehen davon aus, dass die Menschen Abos haben, weil sie regelmäßig mit uns fahren. Wenn das nicht mehr der Fall ist, müssen wir uns neue Modelle überlegen“, sagte sie der Morgenpost. 

Die Berliner bewegten sich demnach verstärkt im direkten Umfeld. In diesen Bereichen müsste das Angebot mit entsprechenden Tarifen gestärkt werden. BVG-Sprecherin Petra Nelken erwägt außerdem Zusatzdienste, wie die Aufnahme von Leihrädern ins Abonnement. Verschiedene Dienste sollen dann über eine einzige App nutzbar sein.

Auch die Politik begrüßt die Planung neuer Tarifoptionen. „Die Veränderungen in der Arbeitswelt werden auch nach Corona fortbestehen“, sagte Kristian Ronneburg, verkehrspolitischer Sprecher der Linke-Fraktion im Abgeordnetenhaus  Er sei auf die Tarifoptionen gespannt, die der VBB im Januar vorstellen wolle.