Berlin - Die Veranstaltungsbranche fordert, dass Events mit Geimpften und Genesenen ohne Restriktionen durchgeführt werden sollen, auch wenn es nicht möglich ist, ungeimpfte Gäste mit Negativ-Test teilnehmen zu lassen. Jens Michow, geschäftsführender Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) sagte in einem Live-Interview mit der Welt: „Wenn es denn nicht möglich ist oder wenn es die Virologen nicht für sicher genug halten, dass wir Veranstalter einen Test durchführen oder dass Besucher zu uns kommen und einen negativen Test vorlegen - wenn das nicht ausreicht, um Veranstaltungen mit ihnen und mit Geimpften und Genesenen durchzuführen, dann fordere ich, dass es doch aber möglich sein muss, zumindest Veranstaltungen mit Genesenen und Geimpften durchführen zu können. “

„Wir würden gerne auch die Nichtgeimpften in die Veranstaltungen lassen, indem wir sie vorher testen. Das ist nicht möglich. Aber ich sehe nicht ein, dass nun die Grundrechte von Geimpften und Genesenen auch weiter eingeschränkt bleiben sollen, weil einige sich nicht impfen lassen wollen oder können“, sagte Michow weiter. Er spreche vor allem von Veranstaltungen ohne Abstandsregeln.

Der BDKV warnte, dass die Branche angesichts der Pandemie „kurz vor dem endgültigen Aus“ stehe. Das Problem lasse sich mit staatlichen Fördermitteln allein nicht lösen. Veranstaltungen nur mit Abstand, Maskenpflicht und begrenzter Besucherzahl seien wiederum nicht wirtschaftlich. „Wenn es uns nicht kurzfristig gelingt, dass Veranstaltungen nur mit Geimpften und Genesenen genehmigt werden, werden bald auch viele Veranstaltungsunternehmen ihre Unternehmen abwickeln“, warnte Michow gegenüber der Welt in einem weiteren Interview.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung hieß es, die Veranstaltungsbranche fordere eine Impfpflicht für Besucher und Beschäftigte. Dies vermeldete die Nachrichtenagentur AFP. Jens Michow stellte inzwischen klar, dass keine Impfpflicht gefordert wird. Wir haben den Text entsprechend korrigiert.