Einsatzkräfte von Europol bei der Sicherstelliung von Beweismitteln in einem anderen Fall (Archiv).
Foto: Europol

Den HaagDie europäische Ermittlungsbehörde Europol hat einen Ring von Geldfälschern ausgehoben. Nach Europol-Angaben handelt es sich möglicherweise um das „größte Euro-Fälschungsnetz“, das bisher ermittelt werden konnte. Die Bande hatte den Angaben zufolge mehr als drei Millionen Banknoten im Wert von 233 Millionen Euro hergestellt und in Umlauf gebracht. Das sei „ein Viertel aller gefälschten Euro-Geldscheine, die seit der Einführung des Euro in Umlauf gebracht und entdeckt wurden“, teilte ein Sprecher von Europol am Freitag in Den Haag mit.

In Italien wurden dabei 44 Menschen festgenommen. Zudem wurden nach Angaben von Europol „50 Wohnungen, acht Geschäftshäuser, zwei Bauernhöfe, Autos, Boote und 22 Bankkonten“ beschlagnahmt. An der Aktion waren Ermittler in Italien, Belgien und Frankreich beteiligt. 

Die Ermittlungen hatten im Oktober 2017 begonnen, nachdem im süditalienischen Kampanien bei Neapel  gefälschte 50-Euro-Scheine aufgetaucht waren. Die Spurensicherung habe ergeben, dass sie „technisch perfekt“ hergestellt worden waren. „Die Fälscher hatten alle Haupt-Sicherheitskennzeichen echter Euro-Banknoten imitiert“, so der Europol-Sprecher weiter. Im Februar 2018 wurden in Neapel bei einem Einsatz der Polizei dann gefälschte Banknoten im Wert von 41 Millionen Euro entdeckt.

Der Chef der Bande ist nach Angaben von Europol seit über 20 Jahren in Geldfälschungen verstrickt. Er verfügte demnach über ein „ausgeklügeltes Netz zur Verbreitung“ der Blüten auf dem europäischen Markt. Die Ermittler stellten nach eigenen Angaben auch Verbindungen zur italienischen Mafia fest. „Die Untersuchung ergab Verbindungen zur italienischen Camorra“, sagte der Europol-Sprecher.