Berlin - Die Deutsche Bahn soll nach Angaben von Verbraucherschützern im Juni 2021 Ticketpreise ohne Ankündigung erhöht haben. Die Tickets zum sogenannten Flexpreis können jetzt bis zu 20 Prozent mehr kosten als Tickets zum Normalpreis. „Das gab es in dieser Dimension bisher nicht“, schreiben der Bundesverband der Verbraucherzentrale und Fahrgastverband Pro Bahn in einer gemeinsamen Mitteilung.

Kunden, die Tickets mit dem sogenannten Flexpreis kaufen, haben laut Bahn keine Zugbindung. Die Fahrkarten können mal günstiger sein oder eben teurer. Wann der Ticketpreis steigt, sei dem Kunden kaum zu vermitteln, lautet der Vorwurf an die Bahn.

Vorwurf an die Bahn: Gerade Pendler sind von der Erhöhung betroffen

Verbraucherzentrale und Fahrgastverband Pro Bahn fordern von der öffentlichen Hand und der Deutschen Bahn eine verbraucherfreundliche transparente Preis-Information. „Auf der einen Seite wirbt die Deutsche Bahn um Kunden nach der Pandemieflaute, auf der anderen Seite schreckt sie mit diesen Preiserhöhungen Fahrgäste ab“, so Marion Jungbluth von der Verbraucherzentrale. Über Zuschläge versuche die Bahn, besonders ausgelastete Strecke zu entlasten. „Für Wochenendpendler, die keine Alternativen haben, bedeutet dies, dass sie deutlich mehr zahlen müssen als im vergangenen halben Jahr. Publikumsliebling geht anders“, so Jungbluth weiter.

Versteckte Preissprünge würden die Stammkunden, die meist mit BahnCard unterwegs sind, unnötig verärgern. Diese sind nämlich besonders von den Schwankungen des „differenzierten Flexpreises“ betroffen, so Jörg Bruchertseifer von Pro Bahn.

Die Deutsche Bahn hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert.