Hamburg - Verbraucherschützer haben Schuldnern dringend davon abgeraten, mit ihren Gläubigern eine Ratenzahlung mit einer sogenannten Lohnabtretung zu vereinbaren. Eine solche Klausel erlaubt es Inkasso-Unternehmen, beim Ausbleiben von Zahlungen den Arbeitgeber zu kontaktieren und den pfändbaren Teil des Gehalts einzuziehen, erklärte die Verbraucherzentrale Hamburg am Freitag. Dafür sei auch kein richterlicher Beschluss nötig.

Die Verbraucherschützer reagierten damit auf Beschwerden von Betroffenen. Diese fühlten sich „hintergangen“ und befürchteten oft, dass ein solcher Anruf das Verhältnis zum Arbeitgeber belastet, hieß es. „Es darf nicht sein, dass Inkassodienste direkten Zugriff auf das Girokonto von Schuldnern haben“, erklärten die Verbraucherschützer.

Sie warnten außerdem davor, in Verträgen über Ratenzahlungen in die Abtretung eines sogenannten „gegenwärtigen und künftigen Kontoguthabens nebst Dispositionskredit“ einzuwilligen. Damit könnten Inkasso-Unternehmen nicht nur das gesamte Guthaben auf einem Konto einziehen, sondern auch den Dispo-Rahmen voll ausschöpfen, warnte die Verbraucherzentrale Hamburg.

LKA warnt vor gefälschten Inkasso-Schreiben

In einer weiteren Mitteilung warnten die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz sowie das dortige Landeskriminalamt zudem vor gefälschten Inkasso-Schreiben, die derzeit im Umlauf seien. So erhielten zahlreiche Betroffene ein Schreiben eines angeblichen Rechtsanwalts der Firma „Inkasso Hauptzentrale Frankfurt/Köln“. Darin werden sie aufgefordert, einen bestimmten Betrag auf ein ausländisches Bankkonto zu überweisen.

Als Grund der Forderung wird eine Anmeldung zum Dienstleistungsvertrag „Deutsche Jackpot Lotto 6-49“ angeführt, bei dem sich die Empfänger angemeldet, aber ihre Kosten nicht beglichen hätten. Verbraucherschützer und Polizei rieten dazu, jede Forderung auf ihre Richtigkeit zu prüfen und Absenderfirmen und Kontoverbindungen zu recherchieren.