Berlin: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Charité-Tochter

Gegen ein Facility-Unternehmen, das zur Charité gehört, werden einem Bericht zufolge schwere Vorwürfe erhoben. Es soll sich um Compliance-Verstöße handeln.

Der Gebäudekomplex der Charité-Kliniken in Berlin
Der Gebäudekomplex der Charité-Kliniken in BerlinImago/Arnulf Hettrich

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat bereits im Juni Ermittlungen gegen Mitarbeiter einer Charité-Tochter aufgenommen. Dies berichtet der RBB. Demnach geht es laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft bei den Vorwürfen gegen die Charité Facility Management GmbH (CFM) um den Verdacht der Untreue, möglicherweise falsch datierte Abrechnungen und mögliche Verstöße gegen Vergaberichtlinien. Details und eine mögliche Schadenssumme wurden nicht genannt.

Dem Bericht zufolge soll es sich um mindestens acht Vorgänge in den Jahren 2019 und 2020 bei einem Gesamtauftragsvolumen von mehr als 1,5 Millionen Euro handeln. Die Charité bestätigte zwar teils Verstöße gegen Compliance- und Vergaberichtlinien, wies aber Behauptungen über strafrechtlich relevante Tatsachen von sich. Eine externe Wirtschaftsprüfergesellschaft habe diese nicht ausmachen können.

„Einzelne Verstöße gegen das Vergaberecht“

Über ein Charité-internes System wurden die Vorwürfe offenbar publik. Eine von Deutschlands größtem Universitätsklinikum beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft stellte schließlich „einzelne Verstöße gegen das Vergaberecht sowie gegen interne Compliance-Vorschriften“ fest, heißt es.

Dem Bericht zufolge besteht unter anderem der Verdacht, dass in den dem RBB bekannten Fällen Rechnungen zurückdatiert wurden. Eine Ausschreibung erfolgte wohl nicht. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im Dezember 2021 ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Verdacht erhärtete sich jedoch offenbar nicht, sodass das Verfahren wieder eingestellt wurde. Nun erklärte die Staatsanwaltschaft, dass damals „nicht alle Unterlagen, alle Informationen, alle Revisionen des Wirtschaftsprüfer-Berichtes“ vorgelegen hätten.