Berlin - Angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen fordert die Gewerkschaft Verdi, den Regelschulbetrieb in der Hauptstadt bis zu den Winterferien auszusetzen. „Solange die Zahlen so hoch sind wie jetzt, macht eine Öffnung der Grundschulen überhaupt keinen Sinn“, sagte die stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiterin Andrea Kühnemann.

Die Linke-Bildungsexpertin Regina Kittler forderte, den Distanzunterricht – also das Lernen zu Hause – bis zu den Ferien zu verlängern, die am 1. Februar beginnen. Der Senat will in der kommenden Woche darüber beraten, wie es nach dem 25. Januar weitergehen soll. Bis dahin ist die Präsenzpflicht an Berliner Schulen ausgesetzt.

Forderung an Bildungssenatorin Scheeres

Sowohl Verdi als auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderten darüber hinaus mehr Anstrengungen für den Gesundheitsschutz der Beschäftigten in Schulen und Kitas. Kühnemann verlangte, alle Schulbeschäftigten „priorisiert“ zu impfen. Die GEW-Landesvorsitzende Doreen Siebernik forderte „die sofortige Möglichkeit zur Impfung“ für Erzieher in Kitas.

Sie verwies auf die hohe Quote von Kindern, die in Kitas betreut werden, obwohl es im Lockdown offiziellen Vorgaben zufolge eigentlich nur eine Notversorgung im Einzelfall geben sollte. Hier seien klare Regeln nötig, so Siebernik. In einem „Brandbrief“ an Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) forderte die GEW außerdem mindestens zwei kostenlose FFP2-Masken pro Tag für alle Erzieher, wöchentliche Corona-Schnelltests für das Kita-Personal sowie Luftfilteranlagen für alle Einrichtungen.