Berlin - Im Rahmen des Strafverfahrens gegen den Vorstand eines Medizintechnik-Unternehmens aus der Hauptstadt wird nun auch dessen Ehefrau als Beschuldigte geführt. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin mitteilte, hat sich gegen die 49-Jährige der Verdacht ergeben, dass sie „in ihrer Funktion als Geschäftsführerin einer Gesellschaft gegenüber dem geschädigten Medizintechnikunternehmen in den Jahren 2016 und 2017 Scheinrechnungen in Höhe von fast 400.000 Euro erstellt hat“. 

Dadurch soll sie ihrem Ehemann Robert S. als Vorstand des geschädigten Unternehmens Beihilfe zur Untreue geleistet haben, heißt es in der Mitteilung weiter. Gegen den 63-Jährigen wird seit längerer Zeit unter anderem wegen gewerbsmäßigen Betrugs, gewerbsmäßiger Untreue und Bankrotts ermittelt. Am 13. Januar vollstreckten Beamte des Landeskriminalamts sowie eine Wirtschaftsreferentin der Staatsanwaltschaft den offiziellen Angaben nach „Durchsuchungs- und Arrestbeschlüsse über fast 400.000 Euro am Wohnort der Beschuldigten in Berlin-Mitte und für ein Bankschließfach“. Dabei konnten Ermittler Beweismittel sicherstellen und ein Auto ebenso wie Schmuckstücke im Wert von mutmaßlich mehreren Hunderttausend Euro pfänden, hieß es weiter.

„Im Zuge der Durchsuchungen haben sich Verdachtsmomente für weitere Wirtschaftsstraftaten ergeben“, teilte die Generalstaatsanwaltschaft des Weiteren mit. Zuletzt berichtete unter anderem das Handelsblatt darüber, der Fall ist auch Thema einer ZDF-Info-Dokumentation über Wirtschaftskriminalität. Dem Zeitungsbericht zufolge soll S. Geldgeber „jahrelang um Millionen geprellt haben – auch dank einer trägen Berliner Justiz“. Den Angaben nach wurde ihm am 18. Januar „der Prozess vor dem Berliner Landgericht gemacht“.