Prag - Der tschechische Senat hat für ein Grundrecht auf „defensiven“ Schusswaffengebrauch gestimmt. Der Gesetzesentwurf solle das „explizite Recht“ einführen, dass das Recht auf Lebensverteidigung „die bewaffnete Verteidigung einschließen kann“, sagte am Mittwoch Senator Martin Cerviecek, der den Vorschlag eingebracht hatte. Die angestrebte Verfassungsänderung soll die tschechischen Waffenbesitzer vor der Auswirkung einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 2017 schützen, die Zivilisten den Besitz bestimmter Waffentypen verbietet.

Die Verfassungsänderung zum Schutz des Waffenrechts war nach einer Petition mit mehr als 100.000 Unterschriften auf den Weg gebracht worden. Die Tschechen hatten schon vor der EU-Richtlinie das Recht gehabt, Schusswaffen zur Selbstverteidigung einzusetzen. Als dann 2017 die EU-Regularien erlassen worden waren, warnte das tschechische Innenministerium, diese beträfen fast alle rund 300.000 Waffenschein-Halter im Land.