Berlin - Der Landesverfassungsschutz untersucht, ob es Verbindungen von Mitgliedern der islamistischen Szene zu kriminellen Angehörigen arabischstämmiger Großfamilien gibt. Es sei ein entsprechendes Projekt aufgelegt worden, sagte Verfassungschef Michael Fischer im zuständigen Ausschuss des Abgeordnetenhauses: „Wir haben noch kein Ergebnis. Aber es wird in nicht allzu langer Ferne vorliegen.“ Auf die Frage, ob der Verfassungsschutz etwas wisse über Beziehungen zwischen Clans und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah, sagte Fischer, es gebe bislang keine Erkenntnisse.

Bekannt ist, dass Mitglieder von Clans Vermögen aus kriminellen Tätigkeiten ins Ausland, vor allem in die Türkei und den Libanon, transferieren und dort anlegen. Viele Clans haben in den Ländern verwandtschaftliche Beziehungen. Zuletzt waren mögliche Verbindungen Thema im Fall des Anschlags auf dem Breitscheidplatz: Ein Informant des Verfassungsschutzes in Mecklenburg-Vorpommern hatte im Februar 2017 in Berlin angeblich gehört, dass der mutmaßliche Attentäter Anis Amri Unterstützung von einer Berliner Familie mit arabischen Wurzeln erhalten habe.