BerlinIn der Nacht zu Freitag ist ein Autofahrer festgenommen worden, der sich mit der Polizei eine Verfolgungsjagd durch mehrere Bezirke lieferte. Wie die Polizei mitteilte, war der Raser Zivilfahndern an der Gürtelstraße Ecke Frankfurter Allee in Friedrichshain aufgefallen. Als die Beamten den Mercedes-Fahrer kontrollieren wollten, habe dieser jedoch Gas gegeben. „Damit begann eine gefährliche Flucht quer durch die Stadt“, erklärte eine Polizeisprecherin am Freitag. 

Nach Abgaben der Polizei bemerkten über Funk hinzugerufene Einsatzkräfte den Raser kurz darauf in der Möllendorffstraße in Fahrtrichtung Landsberger Allee, als er bei Rot an einer Ampel hielt. Als sich ein ziviles Einsatzfahrzeug schräg vor ihn stellte, soll er den Dienstwagen mit seinem Auto zur Seite geschoben haben, um sich den Weg freizuräumen. Kurz darauf wurde der Mercedes auf der Bitterfelder Straße in Marzahn gesichtet, wo der Fahrer auf Höhe der Kreuzung Boxberger Straße und Am Cleantech Business Park mit überhöhter Geschwindigkeit in den Gegenverkehr gerast sein soll. 

Foto: Morris Pudwell
Die Bushaltestelle an der Bitterfelder Straße in Marzahn wurde restlos zerstört.

Bei dem gefährlichen Manöver verlor er nach Angaben der Polizei die Kontrolle über das Fahrzeug und geriet in eine Bushaltestelle. Die Haltestelle wurde dabei regelrecht gesprengt, Trümmerteile flogen laut Augenzeugen in alle Richtungen. Der Fahrer landete samt Fahrzeug in einem Maschendrahtzaun. „Der Aufprall war so stark, dass eine Weiterfahrt mit seinem beschädigten Fahrzeug nicht mehr möglich war“, so die Polizeisprecherin. 

Trotz schwerer Verletzungen flüchtete der Raser zu Fuß weiter

Trotz schwerer Kopf-, Arm- und Beinverletzungen setzte er seine Flucht zu Fuß fort. Als Zivilbeamte ihn festnehmen wollten, habe er sich derart heftig zur Wehr gesetzt, dass die Beamten Reizgas einsetzen mussten. Der 31-Jährige kam daraufhin in ein Krankenhaus. Bei der Durchsuchung seines Autos wurden ein verbotenes Messer, rauschgiftverdächtige Substanzen und eine mittelgroße vierstellige Summe Bargeld gefunden. Bei den Drogen soll es sich um drei Beutel der synthetischen Droge Crystal Meth (ein Methamphetamin) gehandelt haben. 

Es stellte sich heraus, dass der Tatverdächtige keine gültige Fahrerlaubnis besitzt, auch die Kennzeichen hätten nicht zum Fahrzeug gepasst. Da laut Polizei der Verdacht bestand, dass er unter Drogeneinfluss stand, wurde ein Bluttest angeordnet. 

Die Polizei ermittelt nun unter anderem wegen Drogenbesitz, Fahrerflucht, illegalem Straßenrennen, Urkundenfälschung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.