Berlin - Haushalte in Deutschland zahlen im weltweiten Vergleich weiterhin vergleichsweise viel für Strom. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox für das zweite Quartal 2021. Demnach liegen die Strompreise in Deutschland im internationalen Vergleich unter Berücksichtigung der vergleichsweise hohen Kaufkraft hierzulande auf Platz 15, berichtete Verivox. „In keinem anderen G20-Staat ist Strom teurer“, hieß es.

In der Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer folgten mit deutlichem Abstand Italien und das Vereinigte Königreich. Kaufkraftbereinigt am teuersten war Strom in Ruanda, gefolgt von Mali und Burkina Faso. Bereits vor gut einem Jahr hatte Deutschland in einer früheren Auswertung die höchsten Strompreise unter den G20-Staaten und war auf Platz 16 gelandet. Über die aktuelle Auswertung hatte am Montag zunächst das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet. Grundlage der Auswertung waren Daten des Energiepreis-Datenportals „Global Petrol Prices“.

Strompreis in Deutschland: Viele Steuern und Versorger haben Preise erhöht

Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft entfällt derzeit die Hälfte des Strompreises auf Steuern und Abgaben. Die Stromnetzbetreiber erhalten ein Viertel des Preises. Das restliche Viertel geht an die Stromversorger für Beschaffung und Vertrieb.

Nach Berechnungen des Vergleichsportals Check24 hat der Strompreis im Oktober 2021 ein neues Allzeithoch erreicht. Die auf ein Jahr hochgerechneten Durchschnittspreise ergaben für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden Jahreskosten in Höhe von 1556 Euro. Das entspreche einem durchschnittlichen Preis von 31,1 Cent pro Kilowattstunde. Im Oktober 2020 waren es noch 1467 Euro.

Laut Check24 haben seit August bereits 36 Strom-Grundversorger ihre Preise erhöht oder Erhöhungen angekündigt. Im Schnitt lagen die Preiserhöhungen bei 7,9 Prozent. Für einen Musterhaushalt ergäben sich daraus zusätzliche Kosten von durchschnittlich 126 Euro pro Jahr.