AfD-Demo in Berlin: Polizei registriert 24 Strafanzeigen

Mehr als 10.000 Menschen haben sich am Samstag bei dem Protest der AfD in Berlin beteiligt. Laut Polizei kam es vereinzelt zu Zwischenfällen.

Eine Demonstration der AfD findet vor dem Reichstagsgebäude statt. 
Eine Demonstration der AfD findet vor dem Reichstagsgebäude statt. dpa/Fabian Sommer

Bei der Demonstration der AfD haben Samstag in Berlin nach Angaben der Polizei mehr als 10.000 Menschen im Regierungsviertel gegen die Krisenpolitik demonstriert. Die Partei hatte bundesweit zu Protesten gegen die Politik der Bundesregierung unter dem Motto „Energiesicherheit und Schutz vor Inflation - Unser Land zuerst“ aufgerufen. Dabei sei es laut Polizei vereinzelt zu Auseinandersetzungen, weitgehend verlief der Protest aber friedlich. Die Polizei erfasste demnach 24 Strafanzeigen. 

Zu den gewaltsamen Ausnahmen gehörte ein Angriff auf ein Filmteam. Es sei zu einer Rangelei mit Demonstranten gekommen, sagte die Sprecherin. „Dabei soll ein Handy beschädigt worden sein.“ Das Filmteam habe aber keine Anzeige erstattet, sondern seine Arbeit fortsetzen wollen.

Blockaden und Gerangel

Zu Gerangel sei es auch im Bereich des Bundeskanzleramts gekommen. Dort habe es einerseits eine Gegendemonstration gegeben, gleichzeitig seien dort viele Teilnehmer auf dem Weg zur AfD-Veranstaltung vorbeigekommen. In der Friedrichstraße habe es mehrere Blockadeversuche gegeben, um die AfD-Demo aufzuhalten. „Die Personen wurden von der Fahrbahn wieder entfernt, so dass die Demonstranten weiterlaufen konnten“, sagte die Polizeisprecherin. Eine Anzeige wegen Diebstahls habe es gegeben, nachdem ein Gegendemonstrant versucht habe, einem Teilnehmer der AfD-Demo ein Banner wegzureißen.

An der AfD-Kundgebung nahmen nach aktuellen Schätzungen der Polizei rund 8000 Menschen teil, deutlich mehr als die ursprünglich angemeldeten 4000. Sie zogen nach der Auftaktveranstaltung am Reichstagsgebäude durch Berlin-Mitte.

Vereinzelt waren auch Russlandflaggen zu sehen, auch die schwarz-weiß-rote Reichsflagge, die als Symbol von Rechtsextremen gilt, wurde entgegen behördlicher Anweisungen gezeigt. Im Nieselregen der Hauptstadt gehörten zudem Regenschirme zur Ausrüstung vieler Demonstranten. Angekündigt waren zum Auftakt Reden der AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla. Weidel sagte jedoch krankheitsbedingt kurzfristig ab. Während Chrupallas Rede stimmten die Demonstranten Gesänge wie „Habeck weg“ an.

Weniger Gegendemonstrationen als erwartet

Dagegen fielen die Gegendemonstrationen laut Polizei kleiner als erwartet aus. Insgesamt seien es knapp 1500 Personen gewesen, so die Polizeisprecherin. Allein zur größten Gegendemonstration der Initiative „Aufstehen gegen Rassismus“ und des Bündnisses für ein weltoffenes und tolerantes Berlin hatten die Veranstalter 2500 Menschen angemeldet.

Laut Verkehrsinformationszentrale kam es zu Beeinträchtigungen im Straßenverkehr. So wurden unter anderem Straßen und Gehwege von der Polizei gesperrt. Von den Verkehrsbeeinträchtigungen seien auch Buslinien betroffen gewesen. Autofahrer wurden gebeten, Halteverbote zu beachten.

AfD-Demo in Berlin: Das ist die Route – Autofahrer müssen aufpassen
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