PjöngjangIn Nordkorea ist die Nutzung des Internets eigentlich verboten. Seit wenigen Wochen kann man jetzt Meldungen von nordkoreanischen Menschen auf dem Mitteilungsdienst Twitter finden. In den Posts geht es um das alltägliche Leben und politische Ansichten der Verfasser, wie die südkoreanische Zeitung „Korean Times“ berichtet. Die Zeitung vermutet dahinter eine Ausweitung der nordkoreanischen Propaganda-Strategie auf die sozialen Medien.

Viele der Twitter-Posts unterscheiden sich nicht von dem Propagandamaterial, das normalerweise von den staatlichen Medien Nordkoreas verbreitet wird. Darin kritisieren die Verfasser hauptsächlich Südkorea, loben ihr kommunistisches Land oder sprechen ihre Unterstützung für die landesweite Antivirenkampagne aus, die von Führer Kim Jong-Un angeordnet wurde.

Aber mehrere Beiträge befassen sich auch mit alltäglichen Leben, unter anderem mit den Rauchgewohnheiten. „Kürzlich wurde das Anti-Raucher-Gesetz verabschiedet ... Ich bin kein großer Kettenraucher, aber ich rauche ziemlich gerne. Egal wie hart es auch sein mag, ich bin entschlossen, mit dem Rauchen aufzuhören, zum Wohle meiner selbst und einer saubereren Umwelt“, twitterte der Nutzer Kim Myong-Il, am Freitag. 

Kim gibt an, der Direktor des „Komitees für die Friedliche Wiedervereinigung Koreas“ zu sein. In seinem ersten Post am 1. Oktober schrieb er: „Ich hoffe, gute Nachrichten innerhalb Nordkoreas oder zu den innerkoreanischen Beziehungen sowie Informationen über unsere Kultur und Geschichte zu überbringen und mit vielen Internetnutzern in vielen Bereichen aktiv zu kommunizieren“. Wer die Twitter-Profile tatsächlich betreibt, ist noch unklar.