Die Gullydeckel trafen einen Zug (Symbolbild).
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Bad BerleburgGegen einen Lokführer beginnt nach einem vermeintlichem Gullydeckel-Anschlag auf eine Regionalbahn in Nordrhein-Westfalen der Prozess wegen Vortäuschens einer Straftat. Der Mann soll seinen unbesetzten Zug in eine von ihm selbst konstruierte Falle aus Gullydeckeln gesteuert haben, die er zuvor an einer Brücke angebracht habe. 

Der Vorfall im April 2019 hatte für großes Aufsehen gesorgt, die Ermittler waren zunächst von einem versuchten Mordanschlag ausgegangen. An einem Seil baumelten Gullydeckel von der Brücke und krachten frontal in den Zug. Sie verursachten in dem Regionalzug der Hessischen Landesbahn ein großes Loch in der Windschutzscheibe des Fahrerhauses. Verletzt wurde niemand. Der Lokführer hatte angeben, sich weggeduckt zu haben. Er war ohne Passagiere unterwegs. 

Später wurden DNA-Spuren des Lokführers an der Seilkonstruktion festgestellt. Der damals 49-Jährige geriet überraschend unter Verdacht, die Attacke selbst inszeniert haben. Damit habe er gefährlich in den Bahnverkehr eingegriffen. Der Mann bestreitet die Vorwürfe. Die Anklage der Staatsanwaltschaft Siegen stütze sich auf Indizien, sagte der Gerichtssprecher.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung waren Ermittler auf Schneidewerkzeug, Handschuhe sowie ganz ähnliche Knoten wie an der Gullydeckel-Konstruktion am Brückengeländer gestoßen. Das Motiv für das mutmaßliche Vorgehen ist bislang nicht bekannt.