BerlinDer seit dem 5. September 2020 vermisste Monteur Stefan T. ist offenbar Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Mordermittler hatten herausgefunden, dass es sich bei den menschlichen Knochen, die auf einem Feld in Pankow gefunden wurden, um die Überreste des vermissten 44-Jährigen handelt. Stefan T. hatte sich am Tag seines Verschwindens über eine Dating-Plattform verabredet. Kurz darauf hatte eine Mordkommission den Fall von der Vermisstenstelle übernommen.

Die gemeinsamen Ermittlungen der Mordkommission und der Staatsanwaltschaft Berlin, bei denen unter anderem Personen- und Leichenspürhunde zum Einsatz kamen, führten zu einem 41-jährigen Pankower. Der Mann wurde am Mittwoch an seiner Wohnung festgenommen, so die Polizei. Am Donnerstagabend wurde Haftbefehl wegen des Verdachts eines Sexualmordes aus niedrigen Beweggründen gegen den Verdächtigen erlassen, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstagabend mitteilte. Der Mann kam in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dauern an. 

Die Polizei hatte die Bevölkerung um Mithilfe gebeten und ein Foto des 44-Jährigen veröffentlicht, weil Ermittler in dem Fall nicht weiterkamen. Der Monteur im Hochleitungsbau hatte seine Wohngemeinschaft an der Harnackstraße in Lichtenberg um kurz vor Mitternacht verlassen, um jemanden zu treffen, vermutete die Polizei. Sein Mitbewohner konnte den Ermittlern keine Hinweise auf seinen Aufenthaltsort geben. 

Nach Angaben der Polizei hatte Stefan T. verschiedene Dating-Plattformen genutzt, um sich sowohl mit Frauen als auch mit Männern zu treffen. Möglicherweise lernte er darüber den nun festgenommenen 41-jährigen Pankower kennen.

Der Durchbruch bei den Ermittlungen gelang durch einem rätselhaften Fund an der Berliner Stadtgrenze. Die Polizei hatte Anfang November im Ortsteil Blankenfelde auf einem Acker an der Schönerlinder Straße menschliche Knochenteile sichergestellt, bei denen es sich „um Knochen des Vermissten handelte“, wie ein Sprecher am Donnerstag mitteilte. Zu den Hintergründen der Tat machte die Polizei keine Angaben.