Berlin - Plagiatsvorwürfe, zu spät gemeldete Sonderzahlungen, fragwürdige Angaben im Lebenslauf. Annalena Baerbock, viele ihrer grünen Parteifreunde und unzählige Anhänger werfen Teilen der Medien eine Kampagne gegen die grüne Kanzlerkandidatin vor. Ausgerechnet die linksalternative taz, die den Grünen ideologisch so nahe steht wie kaum eine andere deutsche Zeitung, fällt in diesem Zusammenhang jetzt ein brutales Urteil und fordert Annalena Baerbock auf, ihre Kanzlerkandidatur zurückzuziehen. 

Unter der Überschrift „Es ist vorbei, Baerbock!“ stellt die Autorin fest, dass das „Buch-Desaster ins Bild passt: Wieder einmal wollte die Kanzlerkandidatin größer erscheinen, als sie ist. Und dieses Mal fehlt ihr sogar die Einsicht, erneut Fehler gemacht zu haben“. Baerbock, heißt es in der taz weiter, sei „an ihrem eigenen Ehrgeiz gescheitert“, die Umfragewerte seien „im freien Fall“.

„Dem Feminismus einen Bärendienst erwiesen“

Den Karren aus dem Dreck ziehen könne nach Ansicht der taz-Autorin jetzt nur noch Robert Habeck. Er sei eine „herausragende Alternative“ und nur aufgrund der internen Regeln der Grünen ins Hintertreffen geraten: „Hätte Baerbock als Frau entsprechend der grünen Statute nicht das erste Zugriffsrecht gehabt, wäre ohnehin er Kanzlerkandidat der Grünen geworden.“ Man müsse in diesem Zusammenhang jedoch zur Kenntnis nehmen, dass „Gleichstellung bedeutet, die Frau bei gleicher Qualifikation vorzuziehen“. Baerbock und Habeck seien aber „nie gleich gut qualifiziert“ gewesen. Mit „ihrer Selbstüberschätzung“ habe Annalena Baerbock „dem Feminismus einen Bärendienst erwiesen“, für die „Sache der Frauen“ bedeute das Scheitern Baerbocks einen Rückschlag.

In jedem Fall sei die Wahl von Annalena Baerbock nun zum Scheitern verurteilt und in der jetzigen Konstellation nicht mehr zu gewinnen. Daher appelliert die Autorin an die Grünen: „Wenn Baerbock also etwas am Klima und der Zukunft der kommenden Generationen liegt, dann sollte sie ihre Kandidatur so schnell wie möglich an Habeck abgeben.“ Sollte die Spitzenkandidatin der Grünen das nicht einsehen, liege es „bei den einflussreichen Parteigranden, ihr klarzumachen: Es ist vorbei, Annalena!“